Mittwoch, 26. Dezember 2007

Leider...

...müsst ihr noch lange auf Fotos warten. Hier macht das Internet nicht so wie ich will und alles benimmt sich ein wenig seltsam...

Merry Xmas!!!

Frööööööööööööööhliche Weihnachten! Ho ho ho! Wir sind hier in Dunedin, der Stadt auf der Südinsel von der die meisten Touristen keine Ahnung haben, wie man ihren Namen ausspricht. Darum hier, von mir, für Euch, Touristenenglisch für Fortgeschrittene, Teil 1: Dunedin = Da-Nie-Dn. Und nicht Dönndinn, gell!

Hier in der Jugi, die übrigens gar hübsch anzusehen ist, so ein alter Fachwerkbau in dem man sich wunderbar verirren kann, ist zur Zeit Esther am Werken. Und ich? Ich backe Weihnachtgutzi für die Gäste, (und wenn diese *"@!& Internetverbindung hier besser wäre, dann könnte ich auch Bilder hochladen), die scheinbar gut ankommen. Die Japaner haben sie auf alle Fälle schon fotografiert und zwei kleine Knirpse haben sicher schon je 20 Stück verdrückt.

Ja, und damit kommen wir zu einer langen Sammlung von Kurzgeschichten, was wahrscheinlich zur Folge hat, dass das der längste Blogeintrag der Welt wird. Es soll da Preise geben. Oder am Ende beschneidet mich der Provider. "Sis blogentri is su long, iu will häf tu rimuf sam kontent". Wir werden ja sehen.

1. Geständnis: Ich bin schwach geworden. Nachdem mir mein Bruder (ist alles seine Schuld!) sein Nintendo DS gezeigt hat, da sind da plötzlich Kindheitserinnerungen wach geworden. Super Mario! Tetris! Zelda! Und das verblüffende: Esther war auch angetan davon. Also los, dahin wo's elektrische Geräte gibt, und dem Herrn gesagt, dass ich auch so eines will, in weiss. Das hat dann mal Esther gekriegt. Man weiss ja nie. Vielleicht ist es ja doch nicht so das. Also mal Esther testspielen lassen. Aber der hat's gefallen und kurze Zeit später hab ich mir auch eines geholt. Jaja, spottet nur, aber ich sage Euch, die Dinger machen Spass. Jetzt können wir abends auf dem Sofa sitzen und per Funk gegeneinander Wettrennen fahren!
2. Backen: Der aufmerksame Leser und Kenner dieses Blogs wird sich erinnern: letztes Jahr war Dominique zu Besuch und wir haben eifrig Gutzi gebacken. Während die Spitzbuben gar hübsch anzusehen waren, sind die Brunsli im Ofen zerlaufen. So was habe ich noch nie gesehen und mein Papa hat mir dann gesteckt dass das Geheimnis in der Kühlung liegt. Also habe ich mir dieses Jahr ein Kühlgebläse gekauft und die Wohnung auf behagliche 12 Grad runtergekühlt. Mit blauen Lippen und zitterenden Fingern habe ich den Teig zubereitet und mich dann fürs Auswallen sogar ins Tiefkühlfach des Kühlschrankes zurückgezogen, nur so zum Sichergehen. Vor dem Backen habe ich dann die Brunsli noch mit flüssigem Stickstoff übergossen. Es hat dann natürlich ein wenig gedauert, bis der Ofen auf 150 °C (alter Trick von meinem Grossmueti: Brunsli nur trocknen, nicht backen!) hochgefahren war, aber dann, schnell hinein, meine Fingerbeeren klebten am Blech und rissen ab, egal, Ofentüre zu und ab dafür! Und in der Tat: die Brunsli waren perfekt. Auch geschmacklich, denn dank Esthers Papa hatten wir ja noch eine Flasche Willisauer Kirsch im Schrank, und davon habe ich üppig in den Teig gekippt. Das hat vielleicht auch als Frostschutzmittel geholfen den Teig bei -30 °C noch geschmeidig zu halten.
3. Getier: wir haben am Sonntag eine Wildlifetour gemacht! Dunedin ist bekannt für seine Albatrosskolonie. Und diese Vögel sind wirklich imposant. Riesig! Erst denkt man ja: "och, sind das aber grosse Möwen" aber dann, wenn sie näher kommen und mit den Zähnen fletschen und ihre Krallen ausfahren über deinem Kopf vorbeirauschen, dann sind sie deutlich grösser. Und ruhiger. Flügelschlagen? Wieso? Gliding ist angesagt und so cruisen sie ganz gemütlich durch die Gegend. Das Landen ist nicht so elegant, aber geht gerade noch. Danach gings dann weiter zu den Pinguinen. Hier gibts Gelbäugige Pinguine, und abends kommen die an Land, watscheln über den Sand und ziehen sich in ihren Nester zurück. Sehr süss. Allerdings sind sie auch manchmal ein wenig doof. So wieder der eine junge Pinguin, der mitten auf dem Weg stand und sehr konsterniert war, dass da jetzt 15 Touristen durch möchten. Er hat uns ungläubig beäugt mit seinen gelben Augen und als wir dann mal vorsichtig näherkamen, da hat er sich entschlossen so schnell es geht davonzuwatscheln. Naja, so schnell das auch geht, wenn man ein Gelbäugigier Pinguin ist. Nach drei Metern blieb er atemlos stehen, drehte sich um und "Mist, die sind ja immer noch da!" Also schnell weitergewatschelt, den Weg runter. Dann wieder umdrehen "Scheisse, immer noch, das kann doch nicht sein, dass die denselben Weg nehmen wie ich!" Unser Guide meinte dann, das würde nirgends hinführen und so sind wir ab ins hohe Gras und haben den Pinguin mal kurz umrundet. Das hat der nicht ganz verstanden, nahm es aber dankbar zu Kenntnis. Unten am Strand hatte es auch Seelöwen und Pelzrobben. Die haben wir gehäutet auch noch begutachtet und sind dann in die Dünen und haben uns auf die Lauer gelegt, damit wir die Pinguine beim Heimkommen beobachten können. Dabei sind wir noch beinahe über einen Seelöwen gestolpert, der sich da in den Dünen verkrümelt hat.
4. Ente: Gestern gab's Canard a l'orange. Ich hatte ja noch nie so richtig Ente, aber das war ja was! Superlecker. Esthers Chef hier, der Larry, der hat uns zu Weihnachten bekocht. Mjam. So gab es auch hier ein wenig Weihnachtstimmung und jetzt habe ich gerade "Jauchzet, Frohlocket" vom Weihnachtsoratorium von Bach voll aufgedreht, und das hilft auch.
5. Uff. Mehr kommt mir jetzt gerade nicht in den Sinn.

Montag, 17. Dezember 2007

Ein normaler Sonntagnachmittag

Esther ist zur Zeit auf Geschäftsreise in Dunedin. Und damit hindert mich nichts mehr daran, ganze Wochenenden im Labor zu verbringen... Was ich da so tue ist für mich zwar spannend, aber andere Leute fallen oft in komaähnliche Zustände wenn ich versuche denen zu erklären war die Induktion von Prophagen mit Mitomycin C zur Rettung des Planeten beiträgt. Da bin ich natürlich froh, wenn ab und zu Dinge geschehen, die auch die breitere Leserschaft ansprechen. Gleich vorneweg: was jetzt kommt ist nicht appetitlich, aber ihr habt die Bilder wahrscheinlich eh schon gesehen...

Da klopft es doch an der Labortüre und der Herr von der Security erkundigt sich nach dem grossen Kühlschrank, er soll den schon mal aufschliessen, damit da nachher ein Delphin reinkann. Ein was bitte?! Ein Delphin.

Der Delphin war ein ausgewachsenes Weibchen, das tot am Strand lag. Es wurde gemeldet und weil nebenan ein Marinbiologin arbeitet, die sehr daran interessiert ist, alles über die Todesursache von dem Delphin herauszukriegen, wurde es ruckzuck zu uns gebracht. Da lag es dann auf dem Parkplatz, roch ein wenig fischig und rührte sich nicht mehr. Sah aus wie ein grosses Stück Gummi. Karen, das ist die Marinbiologin, hat dann Säge und Kneifzange ausgepackt und ist dem Tier zuleibe gerügt.

Wahrscheinlich ist es mit einem Boot kollidiert, hat dann das Bewusstsein verloren und ist ertrunken. Dabei ist auch ihr Junges ums Leben gekommen, das ansonsten wahrscheinlich eine Woche später zur Welt gekommen wäre. Ein Delphinchristkindlein also. Beziehungsweise eben nicht. Am Ende standen dann 10 blutverschmierte Plastiksäcke mit Delphinteilen in unserem Kühlschrank (er ist gross, der Kühlschrank) und rochen weiterhin fischig.

Das Kleine ist derweil bei -80 Grad eingefroren. Das wird noch genauer angeschaut. Karen hat selten die Chance, Mutter und Kind gleichzeitig untersuchen zu können. Und hier kann sie nun überprüfen, wieviel Umweltgift im Speck der Mutter ist, und wieviel davon das Kind schon vor der Geburt abkriegt.

Sonntag, 25. November 2007

Bay of Islands

Die Bay of Islands liegt im Norden von Neuseeland. Aus unerfindlichen Gründen hat es mich bis jetzt noch nicht sooo oft dahin verschlagen (verglichen mit zum Beispiel Hot Water Beach, wo ich mittlerweile eine personalisierte Schaufel habe). Aber wenn der Bruder vorbeischaut, dann ist das ein guter Grund, mal wieder da hoch zu heizen, nach Pahia. Der Lonely Planet warnt schon: ein Trip in die Bay of Islands ist erst dann ein erfolgreicher Trip, wenn man mindestens eine der Bootsrundfahrten gemacht hat. Kaffeefahrten mit Seniorenbegleitung also? Mitnichten! Die Bay of Islands ist quasi das touristische Epizentrum Neuseelands (oder wenigstens on par mit Queenstown und Rotorua) und es hat für jeden Geschmack was. Die zwei grossen Anbieter, Kings und Fullers unter-und überbieten sich mit Preisen und Angeboten. Ja, ich sollte ja erzählen, was wir da so gemacht haben, aber etwas will ich noch schnell loswerden: Beide Anbieter haben auch ein schnelles Boot am Start. Ich glaube zuerst war da Kings, die haben den Mack Attack. Das Ding brettert mit 100 Sachen durch die Bay und sieht auch sehr beeindruckend aus (siehe Bild). Doch dann, dann hat Fullers mal schnell den Excitor gekauft, der ist etwas doppelt so gross und frisst kleine Mack Attacks zum Frühstück. Dumm gelaufen für Kings. Die standen dann so da am Pier und dachten "Scheisse, jetzt sitzen all diese Touris bei denen im Boot, das ist ja blöd, was machen wir denn da?" bis dann einer gemerkt hat: "Hey, die sind ja gar nicht so schnell! Die haben ja nur 80 Sachen drauf!". Also schnell einen Farbkessel geholt und "the fastest boat in the bay" auf den Mack Attack geschrieben. Die starten jetzt auch immer kurz nach dem Excitor, wahrscheinlich damit sie ihn mit fiesem Grinsen später überholen können.

Aber wir haben uns für die Langsamkeit entschieden. The Rock heisst das Boot und was mal eine kleine Autofähre. Die haben Peter und Stacee mit viel Liebe in ein grosses schwimmendes Wohnzimmer umgebaut und jetzt kann man darauf einen overnight cruise machen. Den haben wir uns gegönnt. Und ich sage es gleich jetzt: wer immer die Bay of Islands besucht, diese Fahrt muss man gemacht haben! Erstmal beschnuppern sich alle Gäste vorsichtig, mit wem hat man es jetzt hier für 24 Stunden zu tun? Doch dann bricht das Eis schnell, eine Plastikente wird hinten ans Boot gehängt und mit einem Luftgewehr darf jeder versuchen, das Entlein platt zu machen. Das hört sich extrem bescheuert an, macht aber einen Riesenspass weil sowieso keiner trifft. Am Ende hat dann Baschi doch noch getroffen und sich damit ein Bier auf Kosten des Kapitäns verdient! Dann sind Delphine aufgetaucht und haben sich ums Boot herum getummelt. Die waren in unglaublicher Springlaune und haben sich schön Zeit für uns genommen. Delphinen zuschauen macht ja immer Spass. Aber vom Oberdeck dieses Schiffes, an die hölzerne Reling gelehnt, mit einem Bierchen in der Hand ist das noch viel grandioser. Dann war es Zeit, das Abendessen zu fischen. Alle haben eine Angel und einen Crashkurs im Fischen gekriegt und nach kurzer Zeit baumelten auch schon die ersten Snapper an den Haken. Waren aber zu klein und wurden wieder freigelassen. Angeln macht Laune! Da steht man da so gemütlich, wartet darauf, dass es an der Angel zupft und dann, ratsch, haut man dem Fisch den Haken in den Gaumen. Dann hoch damit und es ist wie beim Lotto, man weiss nie was da jetzt hochkommt. Später gabs dann ein grosses BBQ mit Fisch, Steaks und vielen Salaten und während das Schiff in einer ruhigen Buch vor Anker ging hat man sich mit einem Glas Wein vor dem Kaminfeuer (ja!) versammelt und den Tag ausklingen lassen. Ach ja, wer wollte konnte im Mondenschein noch mit dem Kayak raus und das kristallklare Wasser bestaunen.

Am nächsten Morgen dann ein Bootsfährtchen mit dem Beiboot und einer Tasse Kaffee in der Hand, Schnorcheln, Kayaken, Sünnelen und ab, nach Hause in den Hafen. Sehr empfehlenswert!

Oh ja, was ich noch sagen wollte: auf der Rückfahrt wurde Seeigel gereicht. Der wird lebendig aufgebrochen, dann werden die Eiersäcke herausgelöffelt, auf der Hand ein wenig vom Salzwasser getrocknet und geschlürft. Schmeckt prinzipiell gar nicht so schlecht, aber es wird wohl bei dem einen Mal bleiben.

Samstag, 24. November 2007

Tongariro Crossing

Die Tongariro Querung wird von Neuseeland ganz unbescheiden als die schönste Tageswanderung der Welt angepriesen. Der Tongariro-Nationalpark liegt im Herzen der Nordinsel und zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass da mehrere Vulkane einträchtig nebeneinander stehen: Der Ruapehu, der Ngauruhoe und der Tongariro. Den Mannen von der UNESCO hat es so gefallen da, die haben das Gelände gleich zum Weltnaturdingenserbe erklärt. Und recht habense, denn es ist schön da! Der Spass beginnt, wenn man von Taupo her von der 1 auf die 47 abbiegt. Dann muss man auf dem mp3-Player den Lord of the Rings Soundtrack auswählen und die Lautstärke ganz hochfahren (siehe Film).
Ich schwöre: man wünscht sich diese Strasse nähme nie ein Ende! Aber sie nimmt. In National Park. Dort wird übernachtet, damit man dann zeitig den Shuttlebus zum Beginn des Wanderweges nehmen kann. In der YHA in National Park trifft man dann auch die ersten Wandersleute, die ebenselbes Ziel vor Augen haben. Da sind wir auch Geröllhalde und Wanderzmorge begegnet. Zuerst haben wir nur Wanderzmorge gesehen, ein ausgedorrter, vegetarischer Innerschweizer (ich hätte ja gesagt Aargau, aber Esther hat da was aus dem Akzent herausgehört...), der daran war sein eigenes Brot zu backen. Das ist ja an und für sich eine lobenswerte Betätigung und wir wären ja auch die letzten die da spotten würden. Aber nicht wenn es darum geht, das Packvolumen auf der Wanderung zu verkleinern! Seine Freundin, eine von der Sorte die mit Hausschuhen und Trainerhose ungeniert in der Gemeinschaftsküche herumrollt, hat dann ein wichtiges Thema aufgeworfen: was essen wir zum Frühstück? Also mit "wir" hat sie Geröllhalde und sich selbst, Wanderzmorge, gemeint. Denn es ging darum, ein ausgewogenes Wanderzmorge zu planen. Wanderzmorge! Nur Schweizer machen einen solchen Unsinn! Der Neuseeländer toastet eine Scheibe Weissbrot und haut Büchsenspaghetti drauf. Ist auch nicht super, aber wenigstens nicht paranoid. Geröllhalde hat dann vorgeschlagen, man könne ja vom Brot ein Stück... vorauf dann WZ eingeworfen hat, dass man dann ja zweimal am Tag dasselbe essen würde... Wir haben währenddessen versucht Canasta zu spielen, hatten Ohren wie Salatblätter und unterhielten uns geflissentlich auf englisch, damit GH&WZ ja nicht auf die unseelige Idee kommen könnten, noch mit uns zu plaudern. Währendessen versankt im Westen die Sonne und malte den Ngauruhoe mit den schönsten Farben an.

Am Morgen geht es dann zeitig los. Weil die Tongariro Querung eine Wanderung von A nach B ist, nimmt man den Shuttlebus, der einem hin und auch wieder zurückbringt. Im Bus dämmert es einem dann dass man beileibe nicht alleine ist. 200 andere sind auch da und gewillt die 18 Kilometer zu gehen. Also ameist man sich durch wunderschöne Heidelandschaft, trinkt mit den Augen noch und noch vom Bild des schneebedeckten Ngauruhoe und freut sich mit jedem Schritt, dass man hier sein kann. Dann hört man Wanderzmorge und Geröllhalde hinter sich, die sich eifrig unterhalten. Sie haben offenbar rekognosziert und wissen, dass da am Ende noch ein strammer Abstieg auf einer Geröllhalde ansteht. Und nun besprechen sie gerade, wie man auf einer solchen Geröllhalde am besten vorankommt. Denn wie jeder weiss, mit Geröllhalden ist nicht zu spassen. Die kommen gleich nach den Grizzlybären und noch vor dem Stachelrochen. Jaja, lieber Leser und liebe Leserin, Augen auf bei Geröllhalden! Denn die Geröllhalde ist ein gar tückisch Ding. Ist es die Geröllhalde von der harten Sorte, die mit den scharfen Steinen, die gerne mal wegkippen um hinterrücks die Fusssehnen zu überdehnen? Oder ist es eine Geröllhalde von der rutschenden Sorte, eine von denen, wo man nie weiss ob da nicht eine Steinlawine, ja ich wage zu sagen Gerölllawine schlummert! So ging das weiter mit den Geröllhalden. Ich schwöre, noch drei Sätze mehr und ich hätte die beiden mit meinem Rucksack gefüttert. Aber bei den Soda Springs gings dann hoch, auf den Mangatepoposattel. Da schnauft man und spart mit dem Reden. Nur, damit man dann atemlos zwischen Ngauruhoe und Tongariro zu steht und vor Staunen weiter nach Luft japst. Die Wanderung ist an und für sich einfach: hoch - rüber - runter. Aber sie hat es in sich: zwischen den Vulkanen hoch, über rotgefärbte Kraterebenen, bei den türkisen Seen und an blendenweissen Schneefeldern vorbei die da mitten im peschschwarzem Lavagestein liegen. Es dampft aus dem Boden, der Blick in jede Richtung verliert sich fern in den Wolken am Horizont und man hat das Gefühl ganz im Mittelpunkt zu stehen. Viel zu schnell ist der Spass vorbei, doch die Beine wissen es zu danken. Am Abend haben wir uns dann im Bahnhofsbeizli (echt wahr! National Park hat einen echten Bahnhof mit Restaurant, und das Restaurant ist erst noch gut! April und Lise, wir haben da was verpasst!) bei lecker Sirloinsteaks erholt und die Erlebnisse nochmals Revue passieren lassen. GH und WZ waren nicht da, die haben wahrscheinlich aus den Resten ihres Brotes Fotzelschnitten gemacht. Wäre ja auch schade drum gewesen.

Freitag, 23. November 2007

Gone in 60 seconds

Baschi ist zu Besuch in Neuseeland. Und es gibt jede Menge Bildmaterial! Aber zum Anfangen erst mal das hier:

Absprunghöhe 4500 Meter, 60 Sekunden freier Fall, Endgeschwindigkeit 200 Stundenkilometer. Awesome!



Hier könnt ihr das machen.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Nachtrag

Die Beine erinnern sich immer noch....

Sonntag, 28. Oktober 2007

ich habs doch gemacht

Am Freitag waren Mat und Mary zum Fondueessen bei uns. Dank unseren lieben Verwandten in der Schweiz haben wir immer eine Portion Gerberfondue im Schrank und auch Kirsch ist zur Genüge vorhanden. Ich aber muss leider vermelden, dass der Quittenschnaps zur Neige gegangen ist... Und wie wir da so eifrig die Brotstücke in den geschmolzenen Käse tunken (Caquelon und Rechaud sind mit Campingkocher und Kochtopf ersetzt, was prima funktioniert) und mit Sauvignon Blanc runterspülen (und hier muss ich sagen, der schlägt den Schweizer Weissen also bei weitem!), da erwähnen die zwei dass sie am Sonntag den halben Marathon rennen. Ich verschlucke mich am Käse und gestehe, dass ich mich zwar schon im Juni registriert habe, aber dann wegen mangelndem Training und Fuss verstaucht und zuviel zu tun und so... das lassen sie alles nicht gelten und nach dem fünften Kirsch bin auch ich der Überzeugung, dass ich die 21 Kilometer absolvieren kann. Und so gabs am Samstag dann deftig Kohlenhydrate (auch um den Hangover vom Freitag wegzukriegen) und um 9 kroch ich in die Federn. Heute um vier dann raus, mit Mat und Mary auf die Fähre nach Devonport (von dort gehts los) und um halb sieben gings los! Es hat riesig Spass gemacht. Wir drei haben uns versichert dass unser einziges Ziel ist, einigermassen würdig über die Ziellinie zu wanken, mehr nicht. Und ohne irgendwelchen Druck sind wir dann ganz beflügelt vor uns hin gejoggt. Über die Brücke zurück in die Stadt und mit jedem Kilometer waren da mehr Glückshormone und bei Kilometer 16 grinste ich übers ganze Gesicht. Dann hat Adidas bei Kilometer 17 noch ein Gebläse hingestellt zur zusätzlichen Motivation. Da konnte man vornedran rennen und dann wurde man nochmals angeschoben. Bei Kilometer 20 meldete sich die linke Wade aber blieb dann schön brav ruhig für den letzten Kilometer. Und ich habs geschafft! *Schulterklopf* Nach mehreren Bechern Powerade, zwei Bananen und einem verdienten Frühstück in unserem Lieblingscafé sind es nur noch die Beine, die mich an heute Morgen erinnern.

Samstag, 13. Oktober 2007

für was hat man auch einen Doktortitel...

Wenn ich abends das Auto in der Garage abstelle, dann nerve ich mich immer leicht, weil meine Parkfeldnachbar, mit seinem SUV Schlitten hat das nicht so im Griff und lässt mir so wenig Platz, dass ich kaum aussteigen kann. Also dachte ich mir, schreib dem doch ein liebes Brieflein, klemm es unter den, ähm, wie heisst windscreen wiper nochmals auf deutsch? Und alles wird sich zum Guten wenden. Gesagt. Getan. Vergessen.

Am nächsten Morgen war ich bald mal aus dem Haus, runter in die Garage, der Brief steckte noch wo er gestern war, na die werden den schon noch lesen, und am Boden lag auch noch mein Stift. Den habe ich eingepackt und bin dann ab, über die Brücke nach Albany, zur Massey Uni. Im Labor wars noch ruhig und ich habe erstmal den Computer aufgestartet und meine Emails gecheckt. Das da links, das war in der Inbox. (Lesen!). Soso, habe ich mir gedacht. Die neuseeländische Post ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Da schickt mir meine liebe Mama ein Päckchen und denen fällt das aus dem Auto. Sowas. Na, ein Glück hat... *Klingel!!* Meine Gedanken wurden vom Klingeln des Telefons unterbrochen. Am Apparat war Lyn, die nette Dame, die mein Päckchen gefunden hat. Es stellte sich heraus, dass es kein Päckchen war sondern ein Ordner, den ich immer bei mir habe, in dem wichtige Bankdokumente sind und dergleichen... Moooooment! Was macht der Ordner auf der K'road? Machen das nicht Diebe so? Erstmal alles klauen und dann aus dem Auto werfen, was sie nicht brauchen können? Aber wo wurde mir dieser Ordner denn... Zuhause? K'road ist gleich um die Ecke. Ein Einbruch? Bei uns? Es ist jetzt halb zehn, ich bin so um acht gegangen, dann sind die also kurz nachher eingestiegen. ESTHER WAR DANN NOCH ZUHAUSE! SCHEISSE! SCHEISSE! SCHEISSE! Ich begann zu rotieren. Das könnte ganz schlimmes bedeuten. Im besten Fall haben sie sie einfach bedroht, im schlimmsten Fall.... Schule anrufen! Esther muss in der Schule sein. Sie muss. Die Dame am Telefon meinte, sie würden nicht einfach so Schüler aus dem Unterricht holen. "Listen. THIS IS AN EMERGENCY. I would not ask you to do it if it is not important. PLEASE GO AND GET HER NOW." Die folgenden zwei Minuten waren die längsten meines Lebens. Dann war Esther am Telefon und mir fiel ein riesengrosser Stein vom Herzen. Mein Puls kam runter und während ich Esther erklärte was los ist begann tief in meinem Gehirn ein Gedanke mit dem Finger zu schnippen! Hallo! Ich bin ein wichtiger Gedanke! Hallo! Schnipp! Schnipp! Und der Gedanke sagte folgendes: das Papier, auf welchem Du gestern den Brief geschrieben hast, das hast du aus ebendiesem Ordner genommen, gell? Und wenn du schon zu blöd bist, den Stift zu versorgen, was ist dann mit dem Ordner, hä? Habe ich den etwa auf dem Dach von meinem Auto mal schnell abgelegt währenddem ich...? Die Kurve von der Upper Queen Street auf die K'road ist die erste Linkskurve, du hast den Ordner auf die rechte Dachhälfte gelegt... Na? Wäre das möglich? Es war. Die liebe Lyn, die meinen Ordner gerettet hat bekam Schokolade, unsere Wohnung war unangetastet, Esther wohlauf und ich, ich frage mich ernsthaft für was ich eigentlich studiert habe...

Freitag, 12. Oktober 2007

Schmeicheleien und eine gute Ausrede

Der einzige Grund, warum das YHA Auckland überhaupt noch existiert ist Esther. She saves the day. Und zwar jeden. Ne, natürlich ist es nicht so schlimm, aber es ist natürlich schon nett, wenn sie in Internet-Reise-Foren lobend erwähnt wird. Allerdings scheint die Person die den Eintrag geschrieben hat ja schreckliche Ferien gehabt zu haben, denn so schlimm ist das Hostel also wirklich nicht! In einem sechs-Bett-Zimmer kann es nicht angenehm sein (Esther kann das bestätigen, sie muss bei den Männer-Dorms am Morgen manchmal den Rauswurf übernehmen, und die Luft da drin, die kann man auslöffeln...).

Und ich, ich ziehe mich zurück. Aus dem Rennsport that is. Letztes Jahr habe ich doch den Viertelmarathon gemacht und für den diesjährigen Halbmarathon bin ich schon seit einem halben (wie passend) Jahr angemeldet. Doch daraus wird nichts. Ja, ich hätte im Winter mehr trainieren können, ja, ich war zwischenzeitlich 10 Tage krank, aber das wären ja billige Ausreden. Ich habe da was besseres: Als ich letzte Woche von Zürich heimgeflogen bin musste ich in Kuala Lumpur 14 Stunden auf meinen Anschlussflug warten. Was macht der Weltreisende in so einem Fall? Ganz klar, er betritt die Plaza Premium Lounge, wo er sich alsdann niederlässt, sich am Buffet den Bauch vollschlägt und in den weichen Sesseln versinkt. Dann kriecht so langsam die Müdigkeit heran, schlängelt sich in den Körper und man entweicht ins Land der Träume... Mittendrin bin ich aufgeschreckt. Mein Ticket läuft ab! Schnell erneuern, sonst werfen sie mich noch aus diesem Paradies! Ich also aufgejuckt und schlaftrunken den ersten Schritt zum Empfang gemacht. Der Geist war willig, doch das Fleisch, das war noch im Tiefschlaf und mein linker Fuss hat sich wie ein Pudding in einer Schrottpresse verhalten: nachgiebig. Bin unter den erstaunten Blicken der Loungebesucher zusammengeklappt, ein Schmerz, nicht von dieser Welt, blitzte von unten hoch, und ich kämpfte mich wie anno dazumals in Saigon zur Empfangsdame, zückte meine Visa, murmelte was von Eintritt und während die Fahrstuhlmusik der Lounge langsam in Watte gepackt wurde und die Empfangsdame in einer langen, dunklen Röhre verschwand, konzentrierte ich all meine Ressourcen auf das Ticket. Her damit! Und dann zurück zum Sessel. Lächeln. Nichts anmerken lassen! Der Schweiss floss mir von der Stirn, mein Gedärme schalteten den Rückwärtsgang ein... Geschafft! Plumps, in den Sessel. Der Rest der Reise war dann ein wenig mühsam, so zum Gate humpeln und so ist nicht so toll. Und in der Economyklasse mit gezerrten Bändern sitzen gehört ja auch nicht zum gesündesten. Tja, und so sieht es nun aus: werde wohl dieses Jahr nicht mitrennen...

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Aus die Maus!

Das ist das traurige Ende von 300 Gramm Sprüngli Pralinen. Gähnende Leere. Kein fröhliches Kullern mehr, wenn man die Schachtel erwartungsvoll schüttelt. Aus und vorbei sind Fragen wie "Dunkel? Oder doch hell? Ach was, ich nimm gleich beide!" Und auch keine Krisen mehr: "Wieviele hast Du heute schon gegessen?!" "Waf? Gegeffen? Nu' eine!" *Schluck*.

Und damit möchten wir uns auch bedanken. Bei allen die mich so lieb beherbergt, bekocht, empfangen, ausgeführt, zugebettet und begleitet haben auf meiner kleinen Schweizerreise. Und Esther sagt vielmals "Tanckche!" für Schokolade, Gummibärchen, Zweifelchips (mit Paprika), Gutzi und Lebkuchengewürz. Wir sind für das nächste halbe Jahr versorgt!

Dienstag, 9. Oktober 2007

Staatstrauer

Ein rabenschwarzer Tag. Oder eben nicht...
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Sonntag, 16. September 2007

Farewell Miska

Wenn man aus der Schweiz kommt, an der Uni angestellt ist und sein Visa verlängern muss, dann ist das zwar immer noch mühsam, aber eigentlich eine Sache von 10 Tagen. Einmal work visa, einmal work permit, einmal für Esther, einmal für mich. 800 Dollar bitteschön. Yep. Und zwar jedes Jahr wieder... Aber wenn man aus der Slowakei kommt und "nur" im Youth hostel angestellt ist, dann geht das 3 Monate und das polizeiliche Führungszeugnis, das schickt einem die Slowakei auch nicht (da muss ich der Schweiz ein Kränzchen winden, da kann man das nämlich per Post bestellen), also muss man heimfliegen und hoffen, dass man das Visa zuhause organisieren kann. Soviel zu Global Village. Ich kann allen nur empfehlen wenigstens einmal im Leben Ausländer zu sein. Es öffnet einem die Augen und man ist plötzlich sehr beschämt, wenn man sieht wie auch im eigenen Land mit Fremden umgesprungen wird. Aber lassen wir das. Denn wenn Miska heimgeht, dann ist das auf jeden Fall ein Grund zur Party, Abschiedsparty in diesem Fall.
Also hat Larry, der auch mit Esther im Youth hostel arbeitet eingeladen: 12 Personen aus 9 Nationen! USA, Schweiz, New Zealand (einmal Maori, einmal Pakeha), Deutschland, Slowakei, China ('tschuldigung, Hong Kong, Annie legt da wert darauf...), Guam (eigentlich ja auch USA), Argentinien und England.
Und bald ist Miska schon unterwegs nach Hause. Hoffentlich kommt sie bald wieder!

Why does love do this to me?

...was "ich trinkche non Kambari Soda" für die Schweiz ist, oder vielleicht sogar eher noch "Alllbberoooosä, chömmä mir i Sinn - türütütü tütü", das ist "I don't know oh oh oh why does love do this to me-e" für den Neuseeländer. Und das hört man zur Zeit überall. Warum? Ganz einfach: Rugby World Cup! Solltet ihr das noch nicht mitgekriegt haben, in Frankreich findet zur Zeit die Rugbyweltmeisterschaft statt. Und natürlich versohlen die All Blacks allen anderen Teams gehörig den Arsch. Eben gerade haben wir miterlebt wie sie Portugal mit 108 zu 13 vernichtet, ach was, annihiliert! zerstört! ins Nirvana geblasen! pulverisiert haben! New Zealand rules! Sweet as, bro! Und dann singt der ganze Pub: "I don't know oh oh oh why does love do this me-e!" liegt sich in den Armen und bestellt noch ein pint Macs Gold. Vergessen ist Alinghi, jetzt zählt nur noch das eine, das Herzblut, die Seele Neuseelands. Rugby.Und wir kriegen alles. Die All Blacks mähen durch ihre Gegner. Wie wenn Obelix durch die Römer drescht, so sieht es aus. Sie sind nicht von dieser Welt. Ach ist das schön! Endlich mal in einem Land sein, wo ein Team so richtig saugut ist. Ich meine, jetzt mal ehrlich, als Schweizer sind wir da ja nicht so verwöhnt. Und ein Sieg von Rotscher ist ja schon toll, aber mitgröhlen kann man da ja schlecht.

Donnerstag, 30. August 2007

auf Esthers Wunsch...

...schreibe ich wieder mal einen Blogeintrag. Herrjeh, ich weiss, ich habe ja auch schon regelmässiger geschrieben. Und es gäbe ja auch einiges zu erzählen. Zum Beispiel dass ich von der Uni Auckland and die Massey Uni umgezogen bin und jetzt ein offizieller Pendler bin (allerdings mit Auto) - aber wer weiss, vielleicht bald nicht mehr, denn wir spielen auch mit dem Gedanken umzuziehen. 'Rüber auf die North Shore, vielleicht sogar direkt ans Meer, wer weiss? Aber abwarten und Tee trinken, noch ist nichts sicher. Überhaupt mag ich nicht Prognosen abgeben, sonst würde ich Euch ja auch erzählen, dass ich noch der Schweiz einen Besuch abstatte...

In der Zwischenzeit muss dieses Video hier genügen. Ist die Werbung für einen Neuseeländischen Energy Drink. Und Esther liebt es! Sie kann nicht genug davon kriegen.

Dienstag, 21. August 2007

...und nun: die Filme der Woche!

Erst mal ein einfacher. Die Hard 4.0 - das ist ja mittlerweile ja schon ein richtig nostalgisches Erlebnis, wenn man Die Hard schauen geht. Und zum Glück wird man auch nicht enttäuscht. Bruce blutet ordentlich aus der Schläfe, hat markige Sprüche parat und benutzt jede Menge augenzwinkernde Guerillatricks. Bösewichter sind richtig gefährlich und trotzdem sind die finalen Begegnungen immer schön kurz. John McClane kloppt sich ein wenig und dann, wenn er richtig böse wird macht er sie mal schnell alle. Angenehm. Und dann ist da das genialste product placement, dass ich je gesehen habe. Für die die es nicht wissen: es gibts da ja zwei Showgrössen im weltweiten Computerzirkus. Die eine ist Microsoft (das sind die, die Windows und Office verbochen haben), die sind so allmächtig, die können machen was sie wollen, es wird so oder so gekauft. Und dann ist da Apple, die haben es irgendwie mit einer waghalsigen Mischung aus der richtigen Werbung, Lock-in und früher auch mal wirklich guter Qualität (das hat leider nachgelassen) fertigebracht ihre 10% Marktanteil zu halten. Am Ende geht es beiden nicht um das Heil dieser Welt, sondern um Kohle, und damit sind auch nie endende Werbeschlachten angesagt. Und die letzte Werbekampagne von Apple, die ist wieder mal so richtig über den bünzligen Microsoft PC hergezogen. Der Star der Werbung war ein junger, cooler Endzwanziger, der Apple verkörpert:

...und genau diesen Kerl haben sie als Computerfritzen in den Die Hard Film eingebaut. Nachdem die Terroristen alle Computer dieser Welt (also alle der USA, aber das ist ja dasselbe, nicht) plattgemacht haben, ist es dieser Fritz, der als einziger noch sein Nokia phone zur Schaltzentrale umfunktionieren kann. Das muss Absicht sein. Wieviel Apple wohl dafür bezahlt hat?

Aber wenn ihr nicht genug Geld habt um zwei Filme zu sehen, dann wartet lieber bis Die Hard im Fernsehen läuft, denn es gibt noch was besseres:

Das ist Eagle vs. Shark. Ein Film aus, wer hätte es gedacht, Neuseeland! Eine Mischung aus Little Miss Sunshine und Napoleon Dynamite. Aber alles mit Neuseeländischem Akzent und damit ein Genuss! Worte wie "awesome" (oosm) oder "yes" (jiéés) werden von hiesigen Kehlen quasi vergoldet. Ich weiss ja nicht, ob der Film es bis in die Schweiz oder so schafft, aber sollte er es, dann gehet hin und schauet ihn!
Dazu muss man wissen, dass der Hauptdarsteller, Jemaine Clement, die eine Hälfte des Neuseeländischen Folkrockduos "Flight of the Conchords" ist. Die sind Kult hier, denn die machen lustige Musik:

...und weil die wirklich gut sind haben sie sogar eine TV Serie in den Staaten gestartet, und die ist auch gut! Puh. Ganz schön viele Filme in dem post, gell?

Montag, 13. August 2007

WOF

Ich bin ja eine bekennende Autonilpe. Mir müsst ihr nicht mit Hubraum und Drehmoment kommen, ich versteh' des net. Aber hier, in Neuseeland, da ist man ohne Auto aufgeschlagen und darum nennen wir einen grünen Mazda Kombi unser eigen. So ein Auto will natürlich auch bewilligt sein und darum gibts hier nicht den Tüv oder die MFK, sondern die Rego und den WOF. Die Rego ist die Registration des Autos, was, glaub ich, jedes Jahr frisch gemacht werden muss und im Prinzip nur darin besteht, dass man dem Staat Kohle rüberschiebt. WOF, das heisst Warrant of Fitness und ist die Bestätigung, dass das Auto tüchtig genug ist, neuseeländische Strassen unter die Räder zu nehmen. Muss man, wenn das Auto älter als ein paar wenige Jährchen ist, alle 6 Monate neu machen. Stand heuer wieder an. Das Unangenehme daran: beim letzten WOF hatten sie uns schon vorgewarnt, dass beim nächsten Mal frische Reifen angesagt seien. Ein teurer Spass. Hier gibt es zwar schmierige Reifenhändler die einem gegen ein kleines Entgelt irgendwie neuen Gummi auf alte Reifen aufziehen, aber von solchen Experimenten wurde uns also unserer Gesundheit zuliebe abgeraten. So stand ich also bei der Firestonevertretung meines Vertrauens am Empfang und erklärte der Dame, ich bräuche einen Satz neue Reifen. Und dann, dann hatte diese Dame einen Vorschlag, der sich hinterher als genial erwiesen hat: ich solle doch erstmal ihren hauseigenen WOF machen und dann mal weitersehen, wer weiss, vielleicht tun es die alten Reifen ja noch. So habe ich also in der Garage gesessen und in Herrenmagazinen wissenschaftlichen Publikationen geblättert und der Dinge geharrt die da kommen. Der Winkel der Lampen sei zu hoch, monierte der Herr WOF, und schraubte den nach unten. So was. Und ich habe mich noch gewundert warum uns nachts die entgegenkommenden Autos immer in die Böschung ausgewichen sind. Dann wurde das Auto hochgehoben und der Unterboden inspiziert. Und dann, tusch, die Reifen. Doch der Herr WOF nickte nur wohlwollend und erklärte mir, dass das Profil meiner Reifen noch tief genug sei um auch den Mount Everest ohne Sauerstoff zu begehen und meinte anschliessend dass die Typen bei denen ich den letzten WOF gemacht hätte allesamt Idioten seien. So schön! Bin vor Freude beim Verlassen der Firestonevertretung gleich verkehrtherum in eine Einbahnstrasse eingebogen. Hat aber keiner gesehen. Nur eine Busladung voll asiatischer Touristen. Und die werden es kaum weitererzählen.

Sonntag, 12. August 2007

darum lieben wir Neuseeland

am selben Tag...
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Rain

Tach allerseits. Nur damit ihr es wisst: Ihr seid nicht allein mit dem vielen Regen. Haben wir hier auch. Wir können uns allerdings damit entschuldigen, dass wir zur Zeit Winter haben...
Dafür gibt es bei uns ein anderes Problem. Im Haus nebenan, das sie frisch aufgezogen haben, haben sich unten die Scientologen eingemietet. Scheisse. Jetzt ist es vorbei mit der Ruhe.

Samstag, 4. August 2007

ups

...ich habe, glaub ich, ein wenig dick aufgetragen vorher. Hm. Ist wohl der weltverbesserische Gymnasiast in mir. Naja, auf dem Blog darf ich ja tun was ich will...

Amerika

Puuuh! Geschafft! Bin wieder zuhause. Muss mich wieder an die deutsche Tastatuer gewöhnen (z & y sind wieder richtig herum angeordnet und ä, ö & ü sind auch wieder da. Dafür finde ich das Ausrufezeichen nicht mehr... doch, da ist es!). Drei Wochen Amerikaland, das war ganz schön was. Die Konferenz war super und der Höhepunkt der Reise war natürlich der Besuch bei Sandra in State College, PA. Aber erst war ja mal New York angesagt, unter der kundigen Führung von Sandra und Holger. Mit allem! Telefonschlacht mit Expedia, von heissen Chicks als Tanzlehrer verwechselt werden (in Gegenwart deren muskulösen Freunde), einmal aufs Empire State Building und überall runterschauen, endlich mal wissen, wo Soho, Little Italy, Downtown, Uptown, Brooklyn, Lower East Side und all das Zeug ist. Ach ja, Quizfrage an alle (googeln erst nach 5 Minuten nachdenken erlaubt: was heisst Soho? Tip: es gibt auch Noho. Und eigentlich heisst es sowieso SoHo. Und das Soho in London ist mit dem Soho in NY nur zur Hälfte identisch.) Und dann runter in die Nacht der Strassenschluchten. Times Square im grellen Licht der Scheinwerfer, durch die Dreharbeiten für einen Film stolpern, dampfende Dolen, italienisch Speisen in DEM angesagten Restaurant (auf dem Heimflug mit Qantas habe ich im Qantas Magazin geblättert, dort gab es einen Artikel über New York, da haben sie es lobend erwähnt. Also muss es gut sein ;-) (kleine Zwischenbemerkung: wenn man einen Kommentar in Klammern einfügt, und diesen mit einem Smiley beendet, muss man dann die Klammer noch schliessen? Ich finde nicht.) und ich sage euch, es war lecker. Die Antipasti! Hammer! Und dann Drinks in einer Loft (und dieselbe noch unter Wasser setzen...), dann am nächsten Morgen Baseballspiel schauen im Central Park (und alle Hot-Dogs degustieren), vor dem Friends-Haus vorbeifahren (Filomenal: neidisch?), im MoMA die Richard Serra Plastiken bestaunen (wunderbar!), zufällig in einen Designermarkt stolpern und das geilste T-Shirt der Welt finden (und ein Mitbringsel für Esther!), in der Metro schwitzen, in Little Italy einen dicken Italiener "O Sole Mio!" singen hören,
die Grenze zwischen Chinatown und Little Italy auf den Zentimeter bestimmen (Schritt für Schritt: Chinarestaurant, chinesischer Gemüseladen, chinesischer Schönheitssalon, chinesisches Geschäft das nur auf chinesisch angeschrieben ist, Pizzeria! Tada!). Und irgendwann dann ab nach State College, dem Dorf, dessen einzige Daseinsberechtigung die Penn State Uni ist. Da habe ich dann von den Gefahren des Landes gelernt (Schwarzbären, Klapperschlangen, Hantavirus und Brown Recluse), habe den Irrsinn amerikanischer Hausbaukunst kennen gelernt (null Isolation, der Zwischenraum in der Hauswand wird einfach leer gelassen, dafür ist ein Abend im Garten immer vom Brummen aller Air-Conditioning-Anlagen der gesamten Nachbarschaft untermalt) und habe das Wunder der Feuerfliegen gesehen. Wenn man Fireflies auf der Hand zerreibt, dann leuchtet es auf der Hand weiter! Dafür mussten zwei der possierlichen Tierchen dran glauben. Dann raus in den Wald (Pennsylvania ist, wie der Name sagt, nur Wald) und ins Feld zum Amish-Spotting. Erst wollte ich ja nicht, aber Sandra hat mir klar gemacht, dass man da ungeniert gaffen darf. Sehr seltsames Völkchen, diese Amish. Jo. Und so neigte sich mein Kulturtrip dem Ende zu. Mit dem Nachtbus zurück nach New York, die Metro zum Flughafen suchen, einmal verfahren und viel zu früh am Check-in. Darum wahrscheinlich in das Fahndungsraster des Department of Homeland Security geraten und aus der kilometerlangen Schlange vor dem Security Check gepflückt worden. Einmal abtasten, einmal meinen Laptop auf Sprengstoffspuren untersuchen und schon war ich durch. Herumhängen, nach Los Angeles fliegen, anregende Unterhaltung mit einem "Designer of Strategic Alliances" (echt war, das ist sein Job). Zur Zeit coacht er gerade Willie Mays (den kennt ihr nicht!? Ich auch nicht, jetzt aber schon, ist in den Staaten berühmter als Beckham) und irgendwann dann im Flugi nach Auckland.

Drei Dinge habe ich gelernt:
  1. Die Terroristen-Panik ist pervers. Was die Amerikaner ohne Murren über sich ergehen lassen wann immer sie einen Flughafen betreten, hätte nicht mal das stalinistische Regime hingekriegt. Wer in Gottes Namen glaubt ernsthaft, dass das die "freie" Welt sicherer macht?
  2. Wenn Leute mit dem Auto einkaufen, bewegen sie sich weniger und werden dick. Die grossen Ladenketten reagieren darauf, in dem sie die Läden immer autofreundlicher machen. Dabei werden die Läden für Fussgänger und Fahrradfahrer immer schwieriger zu erreichen und die Leute verlernen, dass es auch ohne Auto geht. Gleichzeitig schliesst ein Geschäft nach dem anderen in der Innenstadt und wird ersetzt mit billigen Kiosks, die Süsswaren und Zeitschriften verkaufen. Innenstädte sterben aus, und weil die Leute eigentlich gerne in Innenstädten flanieren, baut man sie neu in der Form von Shopping Malls. Weil die aber ihre Parzellen teuer vermieten, findet man da nur Starbucks, Mc Donalds, Bodyshop, Footlocker und anderen Scheiss. Die Leute, die in diesen Geschäften angestellt werden brauchen keine Ausbildung, sie müssen nur bereit sein, auch spät abends und an Wochenenden zu arbeiten. Weil deren Arbeitszeiten so unmöglich sind, können diese Leute nur in Shopping Malls einkaufen, womit noch weniger Leute in der Innenstadt anzutreffen sind. Und weil dicke Leute mehr essen als dünne, werden auch alle Geschäfte, die billige Speisen für dicke Leute verkaufen immer erfolgreicher und am Ende besteht die Welt nur noch aus klimatisierten Häusern in denen verschuldete Idioten wohnen, die mit ihren fetten Autos in die klimatisierten Shopping Malls fahren um dort noch dicker und noch ärmer zu werden. Gleichzeitig werden alle dümmer, wählen darum nur republikanisch und unterstützen eine Regierung, die dumme Sachen macht, wie zum Beispiel im Irak einzumarschieren. Was kann man dagegen tun? Zu Fuss auf dem Markt einkaufen gehen und die Augen vor Sonderangeboten schliessen.
  3. Amerika ist toll! Die Menschen sind wie die Menschen überall: supernett und voller guter Absichten. Ich werde da sicher wieder hingehen!

Sonntag, 22. Juli 2007

Albany, NY

Was habe ich geschrieben? Ich sollte seit eineinhalb Stunden in der Luft sein? Haha! Zwei Stunden spaeter haben sie dann nochmals einen Gutschein verteilt und gemeint, so um elf Uhr nachts sei es dann ganz sicher soweit. Um elf haben sie dann die Sache auf eins verschoben, dann auf drei und UM FUENF UHR MORGENS hat dann das Flugi abgehoben. Ein Alptraum. Um diese Zeit ware ich bereits in L.A. gelandet. Na supi! Der Flug war auch dementsprechend erholsam. Was gibt es schoeneres als eine Nacht am Gate zu verbringen und dann noch in einem Economysessel elf Stunden herumzusitzen? Nicht mal die Filme waren gut. Sogar das Essen war eher mau. Qantas heisst diese Linie uebrigens. Natuerlich haben sie sich hundertausendmal entschuldigt, aber das hat dann auch nichts mehr geholfen.

Ok. Aber wenigstens war ich dann unterwegs. Mal rechnen... Als ich mich in L.A. endlich in die Warteschlangen der Departement of Homeland Security Fritzen einreihen durfte, war mein Tag schon 32 Stunden lang. Das ist immer besonders nett. Fingerabdruecke nehmen, Foto machen. Barfuss durch den Metalldetektor, man fuehlt sich nachher ja so viel sicherer. Ein Glueck haben sie meinen Flug nach Atlanta umgebucht und ich konnte gleich weiterfliegen. Am Delta Terminal war allerdings die Hoelle los, weil da der ganze Check-in elektronisch laeuft und die Haelfte der Maschinen kein Papier mehr hatten. Ich hatte dann die genial Idee mich als verzweifelter Reisender an den erste Klasse Schalter zu verirren, wo sie gar nichts zu tun hatten. Und so gab mir die nette Dame einen Sitz mit mehr Beinfreiheit und wuenschte mir einen guten Weiterflug. Ach ja, Gepaeck noch zur Roentgenmaschine bringen und von dem Roentgenmann angebellt werden "Next one!", und endlich am Gate. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie es da ausgesehen hat. Ich war wahrscheinlich in einem Wachkoma oder so.

Dann ab nach Atlanta und um 8 Uhr morgens war ich dann in meinem Hotel, dass Joshua vom GeorgiaTech fuer mich reserviert hat. Puuuh! 38 Stunden. Aber es ist schliesslich morgen, und irgendwie macht es jetzt auch nichts mehr aus, also ab mit Joshua an die Uni, diskutieren und Leute kennenlernen. Am Nachmittag dann doch ein wenig muede und ich glaube so nach 48 Stunden oder so bin ich dann gecrasht...

Was fuer eine Reise! Sowas habe ich noch nie mitgemacht. Aber erstaunlicherweise uebersteht man solche Dinge recht unbeschadet.

Jetzt bin ich schon in Albany, der Hauptstadt des Staates New York und der Jetlag hat sich gelegt. Mittlerweil habe ich jede Menge nette und merkwuerdige Leute getroffen, ein neues Projekt angeschoben und morgen fahren wir dann nach New Hampshire. Ich halte euch auf dem Laufenden...

Montag, 16. Juli 2007

On the move

...und hier meldet er sich wieder mal, der rasende Reporter. Immer nahe dran, immer in Bewegung. Zur Zeit gerade in der Departure Launsch des Aucklaender Flughafens. Warum dort und nicht vom gemuetlichen Zuhause aus? Nun, ich bin auf dem Sprung in die Staaten. Ein kleiner Trip nach Atlanta (GA), dann nach Albany (NY), weiter nach Andover (NH), New York und schliesslich noch an die Penn State Uni. Ich wollte es als meine erste Geschaeftsreise verkaufen, aber Esther hat nur gelacht und auf meinen grossen Rucksack gezeigt... Bin eben immer noch der Studi, irgendwo tief drin.

Ja, und nun sollte ich schon seit eineinhalb Stunden fliegen, aber leider ist ein Duese abgebrochen und sie muessen sie wieder anschweissen (oder so aehnlich, sie nennen es "engineering irgendwas dingens") und verteilen aufmunternd Essensgutscheine. Die sicher zum Glueck auch in einem Pint Macs Gold anlegen lassen. Was ich hiermit auch tue.

Also meine lieben, haltet die Ohren steif und schaut wieder rein, wenn es heisst: "der rasende Reporter, diesmal in der Warteschleife ueber LA, oder so".

Donnerstag, 12. Juli 2007

Domi startet in den Tag

Heute Morgen in der Relax Lounge (so heisst das Café, in welchem wir jeweils unseren 10 Uhr Kaffee zu uns nehmen):

Neue Angestellte: Yes, please?
Ich: Hi, a flat white please and a chocolate muffin.
Neue Angestellte: (tippt eifrig auf der Digitalkasse herum) To have here or to take away?
Ich: Have here.
Neue Angestellte: (tippt immer eifriger) ...sorry, what coffee would like?
Ich: Flat white, please.
Neue Angestellte: and a savoury muffin?
Ich: No, a chocolate muffin.
Neue Angestellte: (beginnt wieder ruhiger zu tippen) that's six dollars please.

Am Nachmittag dann:

Langzeitangestellter: Hi, Flat white?
Ich: Yes please.
Langzeitangestellter: Three dollars please.

Das hatte ich ja eigentlich schon vergessen, aber das da, das hat die Erinnerung wieder an die Oberfläche geholt.

Dienstag, 10. Juli 2007

Tauranga & Manganui

In Tauranga ist es schoen. Da kann man durchs Staedtchen flanieren, mal kurz ins Kino huepfen und Oceans 13 schauen, der gar so uebel gar nicht ist. Man fragt sich im Kino dann, ob das Maedchen fuenf Reihen hinter einem tatsaechlich das Tourettesyndrom hat oder nur eine Mutprobe bestehen muss und darum ab und zu so seltsam quiekt. Aber man ist bereits so relaxt, es ist egal. Dann kann man sich in aller Ruhe mal ein Bierchen im Pub goennen und sich erst dann entscheiden, welches der Restaurants es denn nun sein soll. Man entscheidet sich dann fuer irgendeines, bestellt ein Steak medium und ein Glaeschen Blauburgunder und alles schmeckt und die Welt ist in Ordnung. Auch Manganui ist schoen. Da kann man dann am naechsten Morgen rumluemmeln, sich einen Kaffee, Schokolademuffins oder einen Dattelscone schnappen und sich auf einer Bank mit Blick aufs Meer niederlassen. Die Sonne kitzelt einem auf der Nase und verspricht einem, dass der naechste Sommer bestimmt kommt. Also macht man sich auf in den Sueden, zum Mount Manganui, und spaziert den mal hoch. Goldammern huepfen durchs Gras und bald einmal muss man die Jacke ausziehen, weil es doch gar steil und sonnig ist. Dafuer ist ueberall Meer, soweit man sehen kann und alle Jogger, die den Berg bereits erklommen haben, haben ein Laecheln auf den Lippen und gruessen "Hey, how are you!". Zuoberst gibts Orangensaft zur Belohnung und die Gewissheit, dass Neuseeland wirklich gar praechtig ist. Dann noch schnell einen Schwumm in den heissen Salzwasserpools und mit den fantastischen Vier in den Ohren wieder heim nach Auckland (wobei man dann in Paeroa ordentlich auf die Tube drueckt, damit man da schnell durch ist).

Montag, 9. Juli 2007

Paeroa

Dieses Wochenende haben wir einen kleinen Ausflug nach Tauranga gemacht. Tauranga liegt da. Also auch an der Ostkueste, einfach ein wenig suedlicher, unterhalb von Coromandel. Und wenn man da hin will, dann waehlt man den Highway 2. In Neuseeland sind das ja schnell mal normale Ueberlandstrassen, Autobahnen gibts ja nur um die grossen Staedte herum. Also zuckeln wir da so entlang, und wenn man Samstags in der Fruehe unterwegs ist, dann meldet sich ja auch bald mal ein Huengerchen, das gestillt werden will. Ein Glueck sagt uns ein Blick auf die Landkarte (Esther beginnt die bereits Mappen zu nennen, das Englische schlaegt durch...) dass Paeroa nicht weit weg ist. Ein 4000 Seelen Staedtchen, das keiner kennen wuerde, waere da nicht die Fabrik angesiedelt, die L&P herstellt, das Neuseelaendische Nationalgetraenk. Nach Bier und Wein. L&P hat so etwa den Status von Rivella, schmeckt aber unkomplizierter, etwa wie eine Kreuzung aus Almdudler und Elmer Citro. Darum heisst es ja auch L&P: Lemon & Paeroa. Dort in Paeroa soll es eine grosse L&P Flasche geben, die man unbedingt fotografieren muss und auch sonst sagt mir meine Eingebung, dass hier ein rurales Juwel auf uns wartet. Schon beim Dorfeingang wird man von rostigen Schildern freudig begruesst und informiert, dass das hier die Antiquitaetenhauptstadt von Neuseeland sei. Na super! Da rollen wir also durchs Dorf und entscheiden uns fuer dieses eine, einladende Restaurant das da heisst, aehm, irgendwas mit Coachman, es ist mir entfallen, etwa so wie wenn das Gehirn bei ganz schlimmen Ereignissen einfach abschaltet, um dem Rest des Koerpers die Schmach zu ersparen, alles bewusst mitzuerleben... Ihr muesst wissen, sobald man in Neuseeland die Sicherheit der Grossstadt, i.e. Auckland, verlaesst, laeuft man Gefahr, dem Neuseeland von frueher zu begegnen. Damals, als die Leute noch Spaghetti auf Toast assen (machen sie immer noch!) und anderen britischen Unsitten froehnten. Cafes sehen dann standardmaessig so aus: ein Raum, gefuellt mit diesen "abwaschbaren" Tischen und Plastikstuehlen (oder noch besser, diese Stuhle mit Metallbeinen und plastikueberzogenem Schaumstoffpolster, meist bereits aufgerissen), am Boden etwas, was vor 25 Jahren einmal ein haesslicher Spannteppich war und seither auch nicht schoener geworden ist, der Wand entland Glasvitrinen mit zellophanverpackten Stullen, Kuchen, und anderen Dingen, deren Lebenszweck offensichtlich darin besteht, Cholesterin in Form von Speisen zu tarnen. Der Kaffee war uebrigens ueberraschend gut. Nicht aber das Fruehstueck (Bacon, Mushrooms, Tomatoes, Toast). Macht mal so ein Fruehstueck (alles in derselben Pfanne), dann lasst es stehen und am naechsten Morgen waermt ihr es nochmals auf. Und dann serviert es. Es war zudem saukalt, der Raum, nicht das Fruehstueck. Die Waermestrahler waren von Kuechenfett und Staub ganz pelzig, liessen sich aber anschalten. Der Herr der mir das Fruehstueck serviert hat, hatte dann noch ein Durcheinander mit den Bestellungen, womit ich beinahe noch mit der Dorfjugend ins Gehege gekommen bin.

Die Flasche von Paeroa, die ist uebrigens super oede und kein Foto wert. Esther haette mich sowieso nicht mehr aus dem Wagen gelassen. So eine kleine Gartenanlage, mit diesen immergruenen Blockpflanzen, Kiesweglein, und waehrend andere geschmacklose Doerfer da meistens diese Uhren mit Blumenziffern haben, hat sich Paeroa fuer die Flasche entschieden. Der Satzteil nach dem Komma, der gilt generell.

Sonntag, 8. Juli 2007

das Anti-iPhone

Jepp, Auckland meldet sich aus der Versenkung zurück. Und dann erst noch mit einem völlig unpassenden Artikel über Elektronikartikel... Aber bald kommt auch wieder anderes. Ich gebe mir ja Mühe.
Das da links, das ist das Motofone F3. Das ich nicht habe. Mir aber sympatisch ist. Es kostet CHF 70. Wenn man sich auf dem Web umsieht, dann lernt man, dass das Ding von Motorola für Entwicklungsländer gebaut wurde. Nicht um denen Gutes zu tun, sondern um Kohle zu machen. Fair enough. Aber weil der Durchschnittskunde im Entwicklungsland nun mal andere Bedürfnisse hat, ist es ein angenehm normales Telefon. Man kann damit telefonieren und SMS schreiben. Speicher hat es nur auf der SIM Karte, das Display hat gerade mal zwei Zeilen (womit natürlich SMS schreiben und lesen eher zäh ist) und es soll recht robust sein. Weil der Durchschnittskunde im Entwicklungsland auch eher ein Analphabet ist, wird jeder Menüpunkt von einer Stimme erklärt (die man abschalten kann) und weil die ja auch nicht so mit Computern Erfahrung haben, ist das Telefon super einfach gehalten. So im Sinn von "ein Knopf, eine Funktion" und kaum Untermenüs und dergleichen. Dabei ist es aber das zweit-dünnste Mobiltelefon, ähm, der Welt, oder so.

Ja, es ist ein wenig peinlich, dass ich hier so Werbung mache, aber inmitten dieser iPhone-hitech-alles-ist-noch-besser-und-grösser-und-schneller Party fand ich dieser Entdeckung irgendwie einen Blogeintrag wert.

Montag, 11. Juni 2007

Moro Gold 3

Folgendes E-mail vom Cadbury Konsumentendienst erhalten:

Dominik,

Its a fun random ending, which when researched held strong appeal with the
youth audience on which the ad was tested.
The Scottish ending created an unexpected twist at the conclusion of the ad
which sparked further stand-out for the campaign, and elicited interest in
the bar.
Its meant to be random and fun, designed as a talking point which no one is
really meant to understand, cause there isn't exact logic behind it.

Kind Regards
Korena James
Consumer Services
Ref # 997960KJ

Mittwoch, 6. Juni 2007

Moro Gold 2

Eine Umfrage bei den waschechten Neuseelaendern hier im Labor hat mich nicht weitergebracht. Es gab nie irgendwelche Werbungen von Cadbury in denen Cabers geworfren werden, und wenn ich beim Konsumentendienst von Cadbury (0800 Cadbury) anrufe, komme ich in die Warteschlaufe.

Ich halte euch auf dem Laufenden...

Dienstag, 5. Juni 2007

Moro Gold

Es gibt da was, das lässt mir keine Ruhe. Nachts schrecke ich schweissgebadet aus dem Schlaf hoch, wandle unruhig durch Aucklands leere Strassen und finde doch die Antwort nicht. Es gibt wohl auch keine.

Worums geht? Schaust Du den Titel an! Moro, das ist Cadburys Konkurrenzprodukt zu Masterfoods Mars. So ein Schokoriegel halt. Und den gibts in verschiedenen Variationen. Eine davon trägt den Namen Moro Gold. Ist ganz ok für einen Schokoriegel. Biscuitröllchen, darin so günstige Schokoschaummasse, darum auch Schokolade und irgendwo ist sicher noch dieses zähe Caramel, mit dem sie jeden dieser Riegel strecken. Das ist ja alles auch gut und recht. Da wundert sich ja auch noch keiner. Auch wenn das Innenleben dieses Riegels mit dem Originalmororiegel gar nichts zu tun hat. Der ist ganz anders. Eben marsähnlich. Aber die Herren in Cadburys PR Abteilung hatten sich wohl gesagt dass man am besten auf den Popularitätszug von Moro aufspringen sollte und weil Moro 2000, Moro XL, und was man sonst noch daranhängen könnte ja schon mal hier war und auch nicht sehr nach Schokoriegel tönt, nimmt man also Gold. Ist teuer, korrodiert nicht, hat diesen güldenen Glanz, lauter Dinge also, die der Konsument mit einem leckeren Schokoriegel assoziiert. Nun denn.

Dann muss das Ding natürlich vermarktet werden. Und dafür muss ein Werbespot her. Man hat sich dann entschieden, das ganze auf einer 70er Jahre Funk und Soul Schiene zu fahren. Jede Menge afrotragende negride Amerikaner, die ihren funky Look zur Schau tragen. Na wunderbar, die passen ja wie die Faust aufs Auge zu "Moro" Gold...

Aber auch das haben wir ja schon alles gesehen. Was aber unverständlich ist, ist das Ende besagter TV Werbung. Da sieht man noch schnell einen ein-Sekunden Clip von einem Schotten, irgendwo in seinem Hochland, der da einen baumstammgrossen Schokoriegel ins Tal wirft.

Und das verstehe ich nicht.

Samstag, 2. Juni 2007

Ein Bellbird, auch badend

Zwei Tuis, badend

Tiritiri Matangi

Jaja, das hat man davon, wenn man so unregelmässig seinen Blog beschreibt. Keine Sau liest ihn mehr und erst recht keine macht beim Ratespiel mit. Grossen Dank an Judith und Lupe, aber leider waren eure Kommentare nicht mal annähernd in der richtigen Richtung. Denn dieses Tier, dass diese Losung hinterlässt, das ist ein ganz seltenes. Noch 300 gibt es davon. Aber dazu später.

Wir haben Tiritiri Matangi besucht. Das ist eine kleine (irgendwie so 3 mal 5 Kilometer oder so) Insel im Hauraki Golf und netterweise braucht man bloss nach Downtown Auckland zu gehen und kann dort die Fähre besteigen um das Eiland zu besuchen. Auf Tiritiri ist Birdwatching angesagt. In jahrelanger Arbeit haben die dort die einstige Bewaldung wieder hergestellt (ein viertel Million Bäume haben sie gepflanzt, nachdem die vorher von den ersten Siedlern abgeholzt wurden) und all bedrohten Vogelarten von Neuseeland angesiedelt. Und: es hat geklappt. Den Vögeln gefällts und weil das ganze ein "Open Sanctuary" ist, dürfen Besucher sich am Federvieh erfreuen.
Der da links, das ist der North Island Robin. Das ist einer der wenigen Vögel, die a) extrem neugierig sind und b) schön lange ruhig sitzen und damit ein schönes Fotomotiv abgeben. Aber der Reihe nach. Wenn man auf der Insel ankommt, dann ist da ein Führerin, die einen mitnimmt auf einen Spaziergang. Das kostet schlappe 5 Dollar und lohnt sich absolut. Wir hätten kaum so viel gesehen, wenn wir alleine herumgestolpert wären! Leider ist der Wald zu dunkel und die Vögel zu hibbelig und so gibts nicht soviele Fotos.
Aber den da, auf den sind wir besonders stolz. Wegen dem ist Tim mitgekommen. Das ist ein Kokako. Ein wunderschöner blau-grauer Vogel der nicht wirklich fliegen kann. Er rennt und hüpft und trampolint durch die Baumkronen. Kein Wunder sind all diese Vögel hier vom Aussterben bedroht. Nach Millionen Jahren in Neuseeland ohne ein einziges Säugetier (ausser ein paar ollen Fledermäusen) dass ihnen an den Kragen wollte haben die alle das Fliegen verlernt und hoppeln unbeholfen durchs Unterholz (oder Oberholz, im Fall vom Kokako). Wenn dann ein Handelschiff aus Europa anlegt und ein paar Ratten von Bord hüpfen, dann ist das eben ein Todesurteil.
Nach zwei Stunden war die Führung dann vorbei und wir haben beim Leuchtturm unser Zmittag eingenommen. Hatten sogar Schweizer Schokolade dabei! Und dort, dort haben wir den Takahe angetroffen. Das ist der seltenste und bedrohteste von alle den Vögeln hier. Aber bei dem Leuchtturm treiben sich ganze Rudel davon rum. Und diese guten Vögel, die fressen fürs Leben gerne Grünzeug. Das können sie aber nicht so gut verdaunen wie Kühe, und darum ist ihre Scheisse eben noch grün. Und die haben wir abgelichtet.
Die Takahe, die sehen aus wie nicht so schöne Pukekos. Das ist natürlich hart. Da sieht man schon mal schlechter aus, und dann stirbt man noch aus, weil man auch fitnessmässig hinten ansteht, macht nicht Laune, oh nein. Und die Takahe, die sehen auch nicht fröhlich aus. Haben ein sehr ernstes Auftreten. Und die wissen natürlich genau, was all diese Touris beim Leuchtturm machen. Und dann stehen sie so da und beäugen dich. Kriegen aber nichts. Uns wurde eingeschärft, dass wir denn ja nichts abgeben sollen.
Auf dem Weg runter zur Anlegestelle hatte es dann noch jede Menge Vogelbäder, in denen sich alles tummelte, was Flügel hatte. Ich bin gerade dran, ein paar Filmchen davon auf Youtube hochzuladen. Die Tuis, die haben besonders gerne gebadet. Und Tuis, die sind ja nicht vom Aussterben bedroht. Und das wissen die auch und führen sich entsprechend rücksichtslos auf. Solange ein Tui badet müssen alle anderen warten. Echt wahr. War aber trotzdem schön anzusehen.

Donnerstag, 31. Mai 2007

Turd

Schaut es Euch genau an. Wer hat hierher geschissen?

Dienstag, 22. Mai 2007

America's Cup

Alinghi? Nie gehört. Hier gibt's nur Emirates Team New Zealand. Und die sind zur Zeit ja recht gut. Und hüt zobe mache mer dr Sagg zue, gäll!
Was gibt es also passenderes als sich schon mal warmzusegeln, sozusagen. Nicht umsonst dümpeln im Hafen zwei Raceyachten (Bemerkung am Rande: Yacht spricht sich auf Englisch "Jot" aus. Das hört sich sehr seltsam und falsch an. Ist aber so.) und die wollen ja ab und zu gefahren sein. Oder gesegelt. Oder so. Was weiss ich. Nur kostet ein zwei Stunden Trip satte 135 Dollar. Richtige Touripreise halt. Ein Glück hat Esther ja Connections und wir kriegen den Segeltörn für 'n Appel und 'n Ei. Und so sind wir losgezogen, ein wenig America's Cup Luft zu schnuppern. Esther, Rachel, Rutene und ich.
Und es gab alles! Das bekannte "hart am Wind Schiefsegeln so dass man beinahe hinten raus fliegt", dann natürlich diese Mühlen, an denen sie immer so wichtig rumdrehen, und das beste: diese Knirschen, dass man bei den Match Races immer wieder hört. Ich liebe dieses Geräusch!
Dann noch einmal unter der Harbor Bridge durch (Esther: "lueg, dört bini abegumpt!) und schon hiess es wieder Abschied nehmen.

Montag, 14. Mai 2007

Wie ne Vogu

Auckland Harbour Bridge. 40 Meter. Ohne Zögern.

Sonntag, 13. Mai 2007

Te Henga - Bethells Beach

Wir waren schon lange nicht mehr "draussen". Zeit, den Waitekeres wieder mal einen Besuch abzustatten. Nochmals zur allgemeinen Erinnerung: die Waitakere Ranges liegen im Westen von Auckland. Durch die Ranges ziehen sich ein paar wenig Strassen zu den Stränden dahinter. Dort schlagen die Wellen der Tasmanischen See mit aller Wucht an die Küste von Neuseeland und es ist so ganz anders als an der sanften Ostküste, wo wir herkommen. Wir sind nach Bethells Beach gefahren und sind dort die ersten Kilometer des "Te Henga - Goldie Bush" walkways gelaufen. Der Weg zieht sich oberhalb von steilen Klippen und einsamen Stränden entlang, der Wind pfeift vom Meer her und man ist so schön alleine und weg von der Stadt. Ein paar Pohutuwawabäume schmiegen sich an die Hänge über dem Meer, Flax wächst überall und die dürre Blütenstände erheben sich in den Himmel. Auf dem Foto sieht man O'Neills Bay, dahinter, weiter südlich, kommt Erangi Point, hinter dem dann Bethells Beach folgt. Gaaaanz hinten im Dunst ist wohl irgendwo Piha.
Ich finde, die Waitakeres sind werden unterschätzt. Wer Neuseeland bereist, kommt selten hierhin. Die Leute brechen meisten gleich auf, in den Norden oder Süden. Also, zum Notieren: zwei Tage kann man locker in den Waitakeres verbringen.

Montag, 7. Mai 2007

Getier

Im Zolli von Auckland hat es so richtig grosse Schildkröten. Die stapfen eifrig durch ihr Gehege, schnaufen laut und mampfen Grünzeug. Da kann man ewig zuschauen!