Samstag, 30. Dezember 2006

Vorfreude

Wir ihr deutlich sehen könnt, wir haben uns auch einen Weihnachtsbaum geleistet. Das YPS-Modell mit Gimmick: Papierbaum zusammenstecken, Salzlösung in die Plastikschale und schon nach wenigen Stunden glitzert es, dass es eine wahre Freunde ist! Eine tolle Sache, die aber auch schon den Weg alles Irdischen genommen hat und hinter unserem Haus auf den Müllmann wartet. Denn hier war heute grosses Saubermachen angesagt, schliesslich treffen nachts um halb zwölf (oder sogar früher, laut der Prognose vom Flughafen) Esthers Eltern in Auckland ein. Esther ist natürlich schon seit Tagen aus dem Häuschen und leicht aus der Fassung zu bringen: "Der Zopf ist aber kein Zopf, der sieht nicht aus wie ein Zopf" (sieht er aber wohl), "Du kannst machen was Du willst, aber ich werde um elf zum Flughafen fahren" (und dann eine Stunde dort herumhängen). Während ich genauso aufgeregt bin und es einfach nicht zugebe...

Und jetzt, während wir warten dass es Nacht wird, kann ich euch ja noch ein paar Geschichte erzählen.

Die erste ist eigentlich keine Geschichte, eher eine Frage. Aber lest selbst: Die liebe Nina und ihre ebenso liebe Schwester Alice haben mir auf den Geburtstag ein Puzzle geschenkt. Ich persönlich finde Puzzleschenken ja was äusserst riskantes. Das ist etwa so, wie wenn man den neuen Flirt auf einen Abend zum Briefmarkentauschen einlädt. Das kann in die Hose gehen. Aber Esther und ich sind tatsächlich einem Puzzle nicht abgeneigt, und so haben die zwei nochmals Glück gehabt. Und nun, in der Weihnachtszeit haben wir es ausgepackt und zusammengestückelt. Jawoll, Nina, wir habens! Dazu muss man sagen, dass es ein sehr seltsames Puzzle ist. Ein Wasgij. Das ist rückwärts und heisst Jigsaw, also Laubsäge, der englische Name für Pössl. Und bei diesen Puzzles weiss man nicht, wie das Bild aussieht. Das heisst, ein bisschen schon. Man sieht es aus einer anderen Perspektive, und begreift gar nicht, was denn da auf dem Bild abgeht. Erst wenn man dann das Puzzle vollständig zusammengesetzt hat, dann sieht man die Szenerie von einem anderen Blickwinkel. Dominique, Esther und ich waren ganz vergiftet daran. Schweigend über die Stückchen gebeugt haben wir zwei Nächte verpuzzelt. Und jetzt ist es auch schon vorbei. Und damit komme ich zu meiner grossen Frage: Darf ich das Puzzle über TradeMe verhökern? Es ist ja meines, und einmal gelöst ist der Spass vorbei und zurück in die Schweiz nehme ich es ja sicher nicht... Andererseits, es ist ein Geschenk, das kann ich doch nicht schon nach einem Monat verkaufen... Hm. Schwierig, schwierig.

Und die zweite Geschichte: Esther hatte gestern ihren letzten Arbeitstag in der Jugi von Auckland. Aus, vorbei. Sie beknien sie jetzt schon, sie solle dann doch einfach wieder vorbeischauen, wenn ihre Ferien vorbei sind... Das Foto ist vom Heilig Abend. Da haben wir Esther einen Weihnachtsschmaus gekocht (Partyfilet, hallo Wombat!) und den haben wir zusammen in der Jugi verspiesen. War eh nicht viel los. Ein einsamer älterer Kettenraucher, ein strikt nicht-religiöse Familie die wie wenn nichts wäre ihr Müsli gegessen hat, zwei verschupfte Backpacker und wir mit lecker Filet und Rotwein mittendrin. Aber um ehrlich zu sein, die Weihnachtstimmung kam nicht auf. Eher so normale gemütliche Abendessstimmung. War auch ok.

Dritte Geschichte. Ich beim BBQ. Das war der Abend vor Weihnachten, wenn ich mich richtig entsinne. Da waren Tina und Rutene zu Gast, Esthers Gschpönli aus der Jugenherberge. Aber das Bild soll nur die Einleitung sein für die Liste von dem, was ich dieses Jahr so gemacht habe, ich meine jetzt mal beruflich. Das liest sich komisch. Für mich ist das aber einfach kein Beruf, sondern eine Beschäftigung, der ich gerne nachgehe. Berufe, da lernt man zuerst was, und nachher wendet man es an, und kriegt Geld dafür. Ich verstehe die Dinge nicht und versuche sie zu verstehen. Und dafür kriegt ich Geld. Aber nur wenn ich auch anderen erzähle, was ich so verstande habe. Dieses Jahr habe ich folgendes begriffen und gelernt: Ich weiss, wie man klitzekleine Parasiten in Wasserflöhen mittels quantitativer echt-Zeit Polümerasenkettenreaktion zählen kann. Dann habe ich plötzlich gemerkt, dass die Untereinheiten des Genes für die ribosomale DNA bei Glugoides intestinalis verkehrt herum liegen, das war ja vielleicht was! Und dann habe gerade eben den Zuschlagt gekriegt, dass ich auch behaupten kann, dass die Persistenz einer Infektion besser ist als deren Intensität wenn man die Fitness des Parasiten Ordospora colligata messen möchte. Und sonst habe ich noch gelernt wie man den Bakteriophagen lambda in das Bakterium Escherichia coli einschleust, wie man es wieder rausholt (entweder mit UV Strahlen oder mit krebserregendem Antibiotikum) und wie man es zählen kann (ja, gleich wie mit der obigen Methode mit dem langen Namen, wenn ich die schon kenne, dann verwende ich sie auch gleich nochmals). Dann habe ich lambda im Reagenzglas evoluieren lassen, in zwei verschieden Richtungen. Hat beidesmal geklappt und ich habe sogar die Veränderungen im Erbgut von lambda gefunden, die den Phagen verändert haben. Und diese Veränderungen sind auch dort, wo man es erwarten würde. Bin ganz entzückt!

So. damit hätten wir ein weiteres Stündchen totgeschlagen...

Sonntag, 24. Dezember 2006

Frohes Fest!

Das wünschen wir Euch allen von ganzem Herzen! Wir ihr sehen könnt ist das Gutzibacken von Erfolg gekrönt gewesen. Na, immerhin bei den Spitzbuben. Die Basler Brunsli möchte ich Euch lieber nicht zeigen, sie schmecken zwar wunderbar und haben auch genau diese feine Zähheit, die sie so unwiderstehlich macht, aber sie sind etwas gar zerflossen. Die gemahlenen Mandeln hier sind irgendwie anders als in der Schweiz. Egal, wen kümmert's? Bei uns ist heute abend Grillparty auf dem Balkon angesagt. Rutene und Tina besuchen mich, Esther und Dominique, und die Früchtebowle ist schon kühlgestellt!

Samstag, 23. Dezember 2006

Gutzi bache

Was gibt es besseres um sich im Eilzugstempo in Weihnachtsstimmung zu katapultieren? Ein Einkaufstürk ('tschuldigung, das ist politisch sehr unkorrekt, aber dafür erlaube ich hiermit allen Türken, das Reinigen von Seeigeln mit Zahnbürsten ab jetzt Seeigelschweizen zu nennen), der noch verschlimmert wird indem man das ohne Auto macht. Weil die Garagentorfernbedienung wurde uns ja auch geklaut, und anders kommen wir nicht raus. Dafür sind wir mit dem Taxi nach Hause, auch edel. Und dann, wenn man schon denkt dass es wohl nicht mehr viel weihnachtlicher werden könnte: Gutzi backen! Dabei gibt es nur eine Klippe zu umschiffen: Der Neuseeländer an sich hält nicht viel von Haushaltswaagen. Jeder hier hat ein Set Masstassen und ein Set Masslöffel, und damit lässt sich hier alles zubereiten. Nur nicht Schweizer Rezepte. Aber dafür gibt es ja das Internet! Oder noch besser, hier.

Mehl: 125 g/cup
Butter: 227 g/cup
Mehl: 125 g/cup
Zucker: 200 g/cup
Puderzucker: 120 g/cup
gemahlene Mandeln: 170 g/cup

Freitag, 22. Dezember 2006

Antiweihnachten

"Hast Du die Balkontüre aufgelassen?" habe ich Esther noch verblüfft gefragt, als wir gestern um Mitternacht nach Hause gekommen sind... Hat sie nicht. Sondern der Einbrecher, der unsere Wohnung leergeräumt hat. Das war nicht lustig. Gar nicht. Sie haben so ziemlich alles eingepackt was klein und elektronisch war. Es folge eine unruhige Nacht und kein schönes Aufwachen.

Am nächsten Morgen war dann die Polizei zur Stelle. Crime Scence Attendants Simon und Sarah kamen zu uns, haben alles protokolliert, fotografiert und Finger- und Schuhabdrücke gesammelt. Mit denen alles nochmals durchgehen hat geholfen und die zwei waren wirklich nett und haben uns wieder ein wenig aufgebaut. Dann gings ab zur Versicherung und versuchen zu retten, was zu retten ist.

Also. Macht Euch mal keine Sorgen. Es geht uns gut, der Schaden ist beinahe nur finanzieller Art und wird wohl ersetzt werden (alle meine Geburtstagsgeschenke leben noch). Und weil ja Esthers iBook eh den Geist aufgegeben hat und nur noch sporadisch aufstartete, könnte das sogar ein kleiner Lichtblick sein!

Frohe Weihnachten! :-)

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Great Barrier Island - from the Kaiaraara Hut to Windy Canyon

Am Samstag stand die Kroenung unserer Wanderung an: wir werden den Hirakimata erklimmen, den hoechsten Berg der Insel und mit 621 Metern gar nicht so ohne. Der Weg da hoch fuehrt durch ein schattiges Tal. Unten waechst noch die Nikaupalme, dann kommen immer mehr Farnbaeume dazu und oben hat es sogar noch Reste vom alten Kauriwald, der einst die ganze Insel bedeckt hat. Unterwegs gibts immer wieder spektakulaere Aussichten zu geniessen und sogar ein paar historische Ueberbleibsel saeumen den Weg: In den 20er Jahren, als hier das Abholzen so richtig im Gange war, hatten sie die geniale Idee, alle Baumstaemme mit einer gigantischen Flutwelle ins Tal zu strudeln. Gesagt, getan, die Holzfaeller haben das Tal mit einem Damm verriegelt, alle Staemme dahinter in den Stausee gekippt und dann das Fluttor geoeffnet. Voila. Jeder fuenfte Stamm ging bei dem Unternehmen drauf und auch sonst duerfte diese brachiale Methodes ziemlich Schaden angerichtet haben, aber kostenguenstig war es auf alle Faelle. Und dem Staudamm, den kann man unterwegs noch schnell besichtigen. Aber viel schoener war die Meeressicht, die man immer wieder hatte. Die Insel die man auf dem Bild weit hinten im Dunst sieht, das ist uebrigens Little Barrier Island. Und dann, endlich, waren wir oben auf dem Gipfel. Was fuer ein Hochgefuehl! Wir hatten den Gipfel ganz fuer uns alleine (tatsaechlich sind wir dann, als wir aufgebrochen sind, zum allerersten Mal in den drei Tagen ein paar Wanderern begegnet!). Der Abstieg fuehrte uns dann auf die Ostseite. Dort war der Schaden, den das Abholzen angerichtet hat noch eher sichtbar. Aber in der Mittagssonne durch duftende Manukas wandern ist auch schoen. Sogar ein paar gestreifte Sonnenorchideen (Thelymitra pulchella) haben sich entschlossen, fuer uns am Wegesrand zu bluehen und dann war die dreitaegige Wanderung auch schon vorbei. Der Bus hat uns abgeholt und nach Tryphena gebracht, zum Stray Possum, wo wir die letzte Nacht verbrachten. Dort haben wir dann bei einem oppulenten Mal unseren kleinen Ausflug wuerdig beendet.

Dienstag, 19. Dezember 2006

Great Barrier Island - from Whangaparapara to the Kaiaraara Hut

Am Freitagmorgen gab es erstmal dampfenden Porridge, denn schliesslich sagt man nicht umsonst, dass Hafer sticht, und die Energie konnten wir brauchen. Von Whangaparapara ging es erstmal landeinwaerts, und wir entschieden uns fuer Withey's Track, was eine unglueckliche Entscheidung war. Denn der Weg ist mit dem Lineal angelegt und geht sauber ueber einen steilen Huegel. Einmal hoch, einmal runter. Und dann hatten sich alle Spinnen des Waldes entschlossen, feine Faeden ueber den Weg zu spannen, das machte die Sache auch nicht angenehmer. Dafuer wurden wir nachher mit allerliebsten Baechlein belohnt die im Schatten des Waldes vor sich hin gluckerten. Die mussten alle ueberquert werden, was wir aber mit Bravour bestanden. Dann wechselten wir kurz auf die Forest Road, die aber auch eher einem Wanderweg glich. Myriaden von irgendwelchen gefluegelten Insekten, Wespen oder Wildbienen oder so was, waren eifrig damit beschaeftigt aus irgendwelchen Erdloecher herauszufliegen oder in dieselben zu verschwinden und liessen sich durch uns nicht stoeren. Es summte wie wild, die Sonne prasselte hernieder und wir waren froh, auf den Kiwiriki Track abbiegen zu koennen. Der fuehrte uns der Kueste entlang nach Norden. War aber ganz schoen anstrengend. Denn die Kueste ist huegelig und der flache Strecken gibt es kaum. Dafuer wurde man ab und an mit wunderbaren Aussichten belohnt, und unten, in den Taelern wuchsen schoen Blumen, die fotografiert sein wollten. Aber so langsam waren wir erledigt und ganz froh, als wir endlich bei der Kaiaraara Bucht angelangt sind. Dort war die DOC Huette, in der wir uebernachten wollten. DOC ist das Department of Conservation, das alle Nationalparks managt und auch solche Huetten bereitstellt, in denen man fuer 10 $ uebernachten kann. Aber erstmal Schweiss abwaschen und zNacht kochen! Und zudem hatte Esther ihren Flachmann mit Schottischem Single Malt dabei, damit wurde der zweite Tag wuerdig beendet.

Montag, 18. Dezember 2006

Great Barrier Island - from the Hot Pools to Whangaparapara

Letzten Donnerstag ging es los: Vier Tage auf Great Barrier Island wandern und abschalten, Herz was willst Du mehr? Great Barrier Island, oder The Barrier, wie der Kenner sagt (und auf keinen Fall GBI, das hoert sich doof an, hat mir Annabel gesagt) ist die viertgroesste Insel Neuseelands, bildet quasi die Verlaengerung von Coromandel und ist von Auckland aus bequem per Faehre zu erreichen. Und damit beginnt das Abenteuer schon. Weil die Faehre legt nicht, wie die Faehren von Fullers, schoen Downtown ab, sondern im Hafenviertel, gleich hinterm Fischmarkt. Esther streckte schon neugierig ihren Kopf und da war sie auch unsere Faehre, oder eher unser Schiff. So ein richtiger Kahn halt. Der zuckelte mit uns, jeder Menge Kisten, Kaesten und Autos und ein paar anderen Urlaubern nun gemuetlich ueber den Hauraki Golf. Ab und zu hat der Kapitaen alle zum Bug geordert, den da tummelten sich die Delphine und begleiteten uns auf unserer Fahrt. The Barrier ist zwar nicht allzuweit von jeglicher Zivilisation entfernt, aber doch sehr 'remote'. Ein Elektrizitaetsnetz hats keines, eine einzige Strasse verbindet die wichtigsten Orte und es scheint, dass jeder der 700 Bewohner den anderen kennt. Uns hat ein Bus erwartet, der uns zur ersten Etappe unserer Wanderung spedierte, zum Hot Pool Track. Hier findet ihr eine Karte (pdf), auf der ihr die Wanderung nachvollziehen koennt. Die Landschaft der Insel ist herrlich. Heide, Wald und Wiese, und mittendrin dann der erste Hoehepunkt, die Hot Pools. Wir haben uns aber dagegen entschieden, es war zu warm als dass die Pools uns zum Bade eingeladen haetten... Aber es hatte auch kalte Pools und in denen haben wir dann unsere Fuesse gekuehlt. Tuis haben uns mit ihrem, aehm, Gesang begleitet, Bienen habe emsig die Manukablueten nach Nektar abgesucht und wir mittendrin, leicht verschwitzt, aber seelig. Nach dem Hot Pool Track sind wir dem Tramline Track nach Westen gefolgt. Der heisst so, weil da frueher ein Baehnchen durchgezockelt ist, mit dem sie die maechtigen Kauribaeume zum Meer transportiert haben. Die Insel war frueher von einem riesigen Kauriwald bedeckt, heute kann man die Riesen an einer Hand abzaehlen. Ok, nicht ganz, aber die ersten weissen Siedler hier haben ganze Arbeit geleistet. Ein Glueck regeneriert sich der Wald, aber das dauert noch ein paar hundert Jaehrchen, bis der wieder da ist. In der Zwischenzeit sieht es aber auch ohne Kauris sehr schoen aus. Der Tramline Track hat uns dann wieder ans Meer gefuehrt an den Ort mit dem huebschen Namen Whangaparapara. Dort hat es ein bisschen wie im Auenland ausgesehen. Und dort befand sich auch die Great Barrier Lodge, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. So sassen wir dann, mit einem kuehlen Bierchen in der Hand, im Schein der untergehenden Sonne und mussten uns zugestehen: "Jep, das faengt schon mal gut an!"

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Wenn der Pohutukawa blüht...

...dann zieht es uns nach draussen. Brüder, zur Freiheit, zur Sonne! Endlich ist es soweit, der Pohutukawa hat sein rotes Sommerkleid übergeworfen und zusammen mit dem türkisen Meer sieht das äusserst majestätisch aus! Das mussten wir natürlich gleich mit einem Bierchen am Hafen feiern gehen. Obwohl, ich bin ehrlich: ganz ist er immer noch nicht da, der Sommer, aber verdammt nahe. Man kann ihn förmlich hinter jeder Häuserecke riechen. Ab und zu springt er unverhofft hervor, versetzt Dir einen Nasenstüber oder küsst Dich auf die Wange, und schon ist er wieder weg.
Manchmal bleibt er sogar ein wenig länger. So wie heute Nachmittag. Da ist er drei Stunden hängengeblieben und hat mir einen kleinen Sonnenbrand im Gesicht verpasst. Die Sonne ist hier unglaublich scharf. Und wenn man es merkt, ist es schon zu spät!

Also meine Lieben, nicht dass Ihr es mittlerweile anders gewohnt seid, aber wir verschwinden für ein paar Tage in der Versenkung. Ab nach Great Barrier Island, wandern. Wir erzählen Euch dann, wie es gewesen ist.

Montag, 11. Dezember 2006

Coca-Cola Christmas in the Park

Letzten Samstag war grosses Kino angesagt. Coca-Cola lässt hier jedes Jahr den Bär tanzen und organisiert das grosse "Christmas in the Park" Spektakel. Erst denkt man ja, ouh, Gogga, da haben wir's wieder mal, seichte Unterhaltung untermalt von sanfter Werbung, und alles als Weihnachtsfeier verpackt. Bloss nicht! Aber dem ist nicht so. Schon Wochen vorher sind uns die Freunde hier in den Ohren gehangen: Da müssen wir hin! Wann treffen wir uns? Wer bringt was mit? Das ganze ist nämlich ein grossangelegtes Picknick und wer sich das entgehen lässt ist selber schuld. Allerdings hat das Wetter nicht ganz mitgespielt. Doch das wirft den Auckländer nicht aus der Bahn, wie man sieht haben sich alle mit Plastikplanen und Schirmen ausgerüstet. Wir haben uns mittendrin niedergelassen. Und dann wurde ausgepackt: Erdbeeren, ein Hühnchen, Chips und Dips, Wein und Bier, Muffins, ach, das übliche halt. Ab und zu musste unterbrochen werden, weil gar kräftig Regen herunterprasselte, aber je dunkler es wurde, desto weniger nass war es. Und die Show war äusserst unterhaltsam. Ihr kennt natürlich die Namen nicht, aber in der Schweiz wären sicher Gotthard dabei gewesen, Kisha und Florian Ast, Adolf Ogi, die ganze Besetzung von Lüthi & Blanc. Lauter Cervelatprominenz also, und hier auch. Die haben dann Weihnachtslieder gesungen, die besten Hits vom vorletzten Jahr und dazwischen sonstwelche süffigen Sachen, die über Lautsprecher immer ganz passabel klingen. Mit der Zeit sind dann alle gestanden, haben mitgesungen und einfach ein Riesenfreude an allem gehabt. Immer war dieses Schlittenklingeln in der Luft, mit dem man in englischsprechenden Ländern den ganzen Dezember hindurch terrorisiert wird, Zehnjährige haben auf der Bühne alleine Christmals carols gesungen, die Coca-Cola Tanztruppe hat wild herumgetanzt, im Publikum haben sie für eine Jugendberatung Geld gesammelt (dafür hat man dann eine Nikolausmütze bekommen) und ein anderer Sponsor hat WC-Papierrollen verteilt. Dann ist Santa Claus auf einem grossen Schlitten winkend durch die Menge gefahren und später durfte dann ein Junge bei einem grossen Nussknackermann den Arm herunterdrücken und den grossen Weihnachtsbaum anzünden. Dann wurde YMCA gespielt und Let's get loud und am Himmel wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Und dann sind alle glücklich und zufrieden nach Hause gegangen. Nächstes Jahr vielleicht sogar mit gutem Wetter!

Freitag, 1. Dezember 2006

Willkommen, liebe Familie!

Gerade eben habe ich ein Familienrundschreiben erhalten. Familien-was? Rundschreiben. Mein Verwandten väterlicherseits sind da etwas, ähm, ich muss aufpassen, die lesen mit, exklusiv. Wir wissen genau, wer mit wem und wann. Ist alles in langen Stammbäumen aufgelistet und wir sind alle mit Genealogienummern versehen, damit wir ja nicht verloren gehen. Ich bin 1014. Ist aber auch nett, man trifft sich ab und zu zu einem grossen Familien-Pow-Wow und dann lernt man Verwandte kennen, von denen hat man gar nicht gewusst dass es die gibt. Dann ist man ganz stolz und weiss, ich habe auch etwas von diesem Kapitän, oder Önologen oder Fagottisten im Blut, ich kann ja nicht so übel nicht sein!

Und jetzt haben die in diesem Familienrundschreiben dieses/diesen/dieser Blog da erwähnt. Jetzt schauen die alle hier rein und lesen das Zeug. Habe ich irgendwann mal was kompromittierendes erwähnt? Und wie schreibt man kompromittierend überhaupt? Meine Güte!

Wie auch immer: Hallo Familie und viel Spass beim Lesen. Und wenn Ihr kommentieren wollt, nur zu!

In der Zwischenzeit kehre ich mal zum Tagesgeschäft zurück. Wir müssen uns nämlich um unsere Führerausweise kümmern. Oder heisst das Fahrschein. Verdammt, jetzt wohl all die Verwandten aus Deutschland mitlesen lauern ja überall Fettnäpfchen! Wie auch immer, Driver's Licence. Wer länger als ein Jahr in NZ ist, der braucht einen Neuseeländischen Ausweis. Also umschreiben lassen. Die wollen aber den Schweizer Schein übersetzt haben. Von einer zertifizierten Stelle. Da reicht auch ein internationaler Ausweis nicht. Ein Glück gibt's da eine veritable Industrie von zertifizierten Übersetzern. Die sind sogar billiger als der internationale Ausweis in der Schweiz! Nur leider, leider, reicht das noch nicht. Eine Theorieprüfung will auch bestanden sein. Und in meinem Fall, weil ich alter Ökohase so lange mit meiner Fahrprüfung gewartet habe, muss ich sogar einen praktischen Test bestehen! Bei dem Verkehr in Auckland! Das kann ja heiter werden. Ihr müsst wissen, dass die hier ganz spezielle Regeln haben. Linksverkehr geht ja noch. Aber gleichzeitig gilt ultrakrasser Rechtsvortritt: Wenn ich auf der linken Spur so daherrolle und links abbiegen will, gleichzeitig aber ein Fahrzeug auf der entgegenkommenden Fahrbahn auch links (also für das Fahrzeug rechts) abbiegen will, dann muss ich das durchlassen. Schliesslich kommt es für mich ja von rechts. Das ist sehr seltsam und kann zu Schachmattsituationen führen, bei denen keiner mehr fährt und den anderen nur ungläubig anglotzt. Dafür gehört das Linksüberholen auf der Autobahn hier zum guten Ton. Wenigstens inoffiziell. Ich glaube nicht dass ich das bei meinem Test praktizieren werde...

Donnerstag, 30. November 2006

Raglan

Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn man nicht mehr so oft in den Blog schreibt? Schon, oder? Ist doch der Beweis, dass man besseres zu tun hat, als vor dem Compi zu sitzen. Oder aber die Dinge die einen so widerfahren sind so schlimm, dass man die nicht auf dem Blog breitreten kann. Das ist es aber nicht! Uns geht's prima und wenn das Wetter endlich mal Richtung Sommer umkippen könnte, dann wäre alles perfekt.
Letzte Woche sind wir nach Raglan gebrettert. Das ist ein verschlafenes Surfernest an der Westküste. Eine Haupstrasse, drei, vier Restaurants, und das war's auch schon. Aber deswegen kommt man ja auch nicht nach Raglan. Sondern wegen den Wellen. Hier schwappt die Tasmanische See an Auckland heran und genau vor Raglan brechen die Wellen in perfektester Art und Weise. Am Strand unten, oh, ich greife vor, der Strand selbst ist schon der Hammer. Meilenlang und leer und windig. Hinter jedem Müschelchen feilt der Wind ein Muster in den Sand, ein paar angeschwemmte Baumstrünke skeletten in der Gegend herum und alles geht unter im tosenden Geräusch der Brecher.
Herrlich! Man zieht einfach die Schuhe aus. Macht Spuren im Sand, läuft mal nahe an der Brandung, wo der Sandboden hart ist, dann mal weiter landeinwärts, wo der Sand immer weicher wird bis man schliesslich bei den Dünen ist, die man hier und da erklimmen kann und noch ein wenig mehr Strand sieht also vom Strand aus. Wenn man dann heimkehrt (so man den richtigen Weg wählt, aber das ist eine andere Geschichte), dann möchte man auch mal Surfen gehen!
Übernachtet haben wir in Solscape. Das ist eine Ansammlung von alten Eisenbahnwägen, die die Eigentümer zu kleinen Häuschen umfunktioniert haben. In denen schläft es sich ausserordentlich gut. Yup. Und mehr haben wir gar nicht gemacht. Und das ist auch gut so.

Freitag, 24. November 2006

32

...dazu muss ich sagen dass das Foto um 6 Uhr in der Früh gemacht wurde. Darum.

Und es ist ein wunderbarer Tag! Zum ersten Mal ist es warm draussen, am 24. November und zum ersten Mal kann ich 12 Stunden früher feiern!

Und vielen Dank an April für das Mässpäckli und den lieben Brief, an Sebastian für die DVDs und den lieben Brief, an die Grosseltern für den lieben Brief, an Wombat für das liebe Email, an Chregoo & Lisa, Sista-J und Michi für die texts, an Willy für das Skyponat und an Nöggi für die Gratulation via Blog! Ich habe an allem eine Riesenfreude! Und ja: wie Du siehst, Nöggi, es gab Kuchen! Hat Esther für mich gebacken!

Und heute abend gehen wir dahin! Das wird schön! Usbekische Küche, hatte ich schon lange nicht mehr! Und während alle anderen am U2 Konzert sind, füllen wir uns den Bauch mit Palov.

Noch ein Nachtrag für Baschi: Dein Päckchen (hier, pies Däckchen) war aussen an einer Seite schokoladeverschmiert. Und ich dachte mir schon, oh-oh, da hat mein lieber Bruder eine lecker Pralinenschachtel verschickt und Air New Zealand legt das Ding direkt auf den Motorblock (nicht dass es sowas gäbe in einer Boing 7hundertsoundso, aber mir ist sonst nichts eingefallen) während dem Flug über die weiten Steppen Asiens, und das ist ist das Resultat. Dabei war da gar keine Schokolade drin! Die kam von einem anderen Päckchen, das offensichtlich nebendran lag. Äusserst interessant. Nach innen ist die Schokolade übrigens nicht gedrungen, alles Paletti also.

Sonntag, 19. November 2006

Wieder mal Waitakere Ranges

Die Ranges sind immer wieder einen Ausflug wert. Dieses Mal hat es uns ans Nordende verschlagen. Ganz schön anspruchsvoll war's, aber schliesslich wollten wir Dominique auch was bieten. Wie zum Beispiel das Überqueren reissender Bäche gestopft voll mit blutigierigen Piranhas und wilden Grizzlybären, die nur darauf warteten, ein paar knusprige Touristen zu verspeisen. Ist aber nichts passiert. Keiner hat einen Schlappen gezogen. Es war eine wunderbare Wanderung. Natürlich waren wieder die Tuis dabei und haben uns, ähm, musikalisch, ähm, unterhalten. Aber noch besser waren die Parakeets. Red-crowned parakeets oder auch Kakariki, wie der Maori sagt. Waschechte Papageien in allen Farben! Da kommt Urwaldstimmung auf! Aber auch die Pilzwelt präsentierte sich heute von ihrer herzigsten Seite. Das da ist ein Rudel Wax Gill Pilze, das sich da gemütlich auf einem toten Holzstamm tummelt. Das Foto haben wir übrigens gleich neben der Eisenbahn aufgenommen: hier hat es, mitten im Urwald, eine alte Bahnlinie. Die brauchten sie damals, um den Staudamm zu unterhalten, der sich ebenfalls dort befindet. Heute ist das Trassee ein schöner Wanderweg und ab und zu fährt das Bähnchen noch Touristen durch die Gegend. So altes Eisen mitten in der Wildnis ist für mich immer ein spezieller Anblick.
Früher war das alles ja ein grosser Kauriwald, voll mit mächtigen Urwaldriesen. Und heute? Ein paar leben noch, und im Unterholz ist die nächste Generation daran, hochzukommen. Hier seht ihr Esther, wie sie die Kamera beäugt und hinten dran schon wieder ein Rudel, aber diesmal ein Rudel Ricker, so nennt man die jungen Kauris. Die hier sind wohl so fünf oder zehn Jahre alt, haben also noch 2000 Jahre vor sich. Oder zumindest einer von ihnen, hoffentlich. Wir haben ihnen dann noch gezeigt, wie man richtig wachsen tut.

Samstag, 18. November 2006

Preisverleihung

Ihr wartet ja alle schon gespannt darauf, wer ist es nun, der oder die glückliche Gewinner oder Gewinnerin? Wer weiss es? Wer? Trommelwirbel... Tusch! Es gibt zwei GewinnerInnen! Tobias und Sista J!

Das geht doch nicht, werdet Ihr sagen. Da hat doch einer gemauschelt, geflunkert, manipuliert! Betrug! Da könnte ja jeder! Wo kommen wir denn da hin? Genau. Das haben wir uns auch gesagt und beschlossen: So nicht. Nene, nicht mit uns, aber ganz und gar nicht. Jetzt wird ein Exempel statuiert, jetzt wird dem Bartli gezeigt wo er den Most holt, jetzt werden denen die Leviten gelesen!

Och, haben wir dann aber gesagt, die können das ja nicht gefälscht haben. Nicht die zwei. Die wissen ja gar nicht, wie das geht ;-). Da hat einer einfach auf refresh gedrückt und gesehen wie der Zähler hochgeht weil inzwischen jemand anderes (der echte Gewinner) die Seite besucht hat. Beide haben ihren Screenshot in ein Worddokument eingefügt, und wenn ich die Uhrzeit anschaue, zu der diese Dokumente erstellt wurden, dann kann ich ganz genau sagen, wer zuerst war... Es liegen nämlich 7 Minuten zwischen den zwei Dokumenten. Aber ich sage es nicht.

Beide kriegen was! Jucheee! Bloss was? Da müssen wa noch schaun. Vielleicht ein Bastel-dein-eigenenes-Seeigelskelett-Kit? Mit einem verschlunzten Seeigel, einer Flasche Javel und einer Zahnbürste? Oder den einzigen Basler Mässmogge der um die ganze Welt geflogen ist? Nein, den ess ich selber! Na, wir werden sehen.

An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an Lupe a.k.a. April a.k.a Februar für das Mässpäckli!

So, genug jetzt. Zeit um Rauszugehen. In den Regen. Ist ja schliesslich Wochenende und im frischen Wind geht der Sauvignon-Blanc-Kater sicher auch schneller weg...

Donnerstag, 16. November 2006

Movember

November in der Schweiz ist ja für viele nicht gerade eine Superzeit. Nebel-Nass-Kalt, das kann aufs Gemüt schlagen. Nun, für mich war es immer ein wenig anders, mir gefällt der Monat, schon alleine sein Name, November, finde ich sehr schön und ich würde den Monat nie umbennen! Aber das liegt wohl daran, dass ich im November Geburtstag habe...

Ach ja, das Foto ist dazu da, um Euch zu zeigen, was November in Neuseeland bedeutet. Der Sommer kommt!

Und noch was: Hier ist der November eben doch auch noch umbenannt worden. Immerhin von einigen: Movember. Mo, das ist der Oberlippenbart, the moustache, wie der Engländer sagt, oder eben Mo. Und im Movember, das lässt sich Mann einen Schnäuzer wachsen. Wie Tom Selleck anno dazumals. Und warum? Um darauf aufmerksam zu machen, dass es mit der männlichen Gesundheit nicht gut steht. Männer sind im Schnitt ungesünder als Frauen und leben ein halbes Jahr kürzer. Insbesondere Prostatakrebs ist ein grosses Problem und man will die Männer motivieren, sich genug früh checken zu lassen. Nachdem im Oktober also der Skytower pink angestrahlt wurde um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen, ist es nun der männliche Teil der Bevölkerung, der sich mit einem Schnurrbart bewaffnet um daran zu erinnern, sich genug früh für einen Prostatcheck beim Arzt zu melden.

Dienstag, 14. November 2006

Marktbesuch mit alles

Am Sonntag waren wir wieder mal in Takapuna, auf dem Markt. Zusammen mit Dominique haben wir uns bei der fliegenden Espressohändlerin Kaffee gschnappt, sind gemütlich den Ständen entlanggeschlendert und haben Früchte, Gemüse und Blumen gekauft. Das schöne ist dann, dass man in fünf Minuten am Meer ist und dort in der Morgensonne weiterschlendern kann, am Strand entlang. Dann kann man alle Häuser begutachten und sich überlegen, in welchem man selber am liebsten wohnen würde, man kann den Hundebesitzern beim Ballwerfen zuschauen und auch einfach so versonnen in die Sonne blinzeln.
In den Felsspalten, wo noch ein wenig Meerwasser von der letzten Flut übrig ist, da findet man dann allerlei Getier. Wie diesen Seestern mit zehn Armen. Aber ich habe keine Ahnung, was für eine Art das ist. Habt ihr ja nochmals Glück gehabt.

Wir haben den Seestern dann Seestern sein gelassen und haben uns ein Café ausgesucht, wo wir unser Frühstück bestellten, yeah!

Montag, 13. November 2006

10000

Wir haben's ja in letzter Zeit nicht mehr so rausposaunt. Aber jeder 1'000er Screenshot kann einen Preis absahnen... Und bei der Nummer 10'000 ist das sicher nicht anders. Nur damit ihr's wisst. Die möglichen Preise sind ja zur Zeit auch sehr vielversprechend, hier sind alle Läden voll mit Weihnachtsmüll!

Was wir uns gerade reingezogen haben: After Eights Sticks. Sehr apart. Und dann gibts hier auch Lindorkugeln mit Minze. Und dann noch Schokoladeadventskalender aus Bratislava. Kein Flachs, den hat ein fliegender Händler auf dem Markt feilgeboten. Sah ganz nett aus, aber als ich dann bemerkt habe, dass die Herstelleradresse in Pressburg liegt, da klingelten die Alarmglocken. Ich hatte als kleiner Binggis mal ein traumatisches Erlebnis als ich bei meiner Grossmamme zu Ostern slowakische (damals wohl noch tschechoslowakische) Schokohähne (ja, ich schwörs, das waren Hähne, ich erinnere mich noch sehr lebhaft!) geschenkt bekommen haben. Und die Schokolade war übelst. Gaaaaanz schröcklich. Eher Geschmacksrichtung Calgon oder so.

Je länger ich darüber nachdenke, desto eher denke ich, dass ich diesen Kalender tatsächlich verschicken könnte. Stellt Euch das doch nur vor: Ein Adventskalender, wahrscheinlich vom letzten Jahr, landet in Auckland, wird am Sonntagmorgen gekauft und in die Schweiz (oder sonstwohin) zurückgeschickt. Das ist wahrscheinlich Weltrekord. Ich könnte natürlich auch so einen Piezoschocker verschicken. Das sind so kleine Elektro-bzzzz-Geräte mit denen man die Nervenenden bei einem juckenden Insektenstich betäuben kann. Sollen Wunder wirken. Oder eine Gewürzmischung für Kumaraschnitze? Die Möglichkeiten sind legion...

Manuka

Heute hau' ich Euch wieder mal was Wissenswertes um die Ohren: Manuka.

Neuseeland rühmt sich, eine der leckersten Honigsorten der Welt zu haben. Und das könnte durchaus so sein. Es ist der Manukahonig. Manuka, das ist ein Strauch der recht unscheinbar daherkommt. Gehört zu den Myrtengewächsen und ist damit ja in bester Familie, schliesslich findet man da ja auch die Gewürznelke, den Eukalyptus und die Feijoa - was die kennt ihr nicht, die Feijoa? Ja, die wird auch noch gefeatured. Kommt alles noch.
Wir haben auf dem Farmers Market in Takapuna ein Gläschen von dem Honig erstanden, haben ein Messer davon auf eine Scheibe Zopf gestrichen und ja, er schmeckt ganz ausserordentlich gut, dieser Honig. Wer seine Nase tief in die Manukablüten steckt, der kann den Manukaduft riechen, wunderbar!

Als wir letzten Samstag auf Rangitoto herumgetschalpt sind, da haben wir jede Menge Manukasträucher gesehen, und konnten ein wenig proberiechen.

Aber mit dem Honig ist es noch nicht genug: Spähne des Baumes kann man zum Fleischräuchern verwenden: Manuka cured ham - Und wieder auf den Zopf damit! Geselchtes war schon immer mein Ding!

Sonntag, 12. November 2006

Das Warten hat ein Ende

Unsere erste Besucherin ist da! Letzten Dienstagmorgen war es endlich soweit. Wir viel zu früh am Flughafen, lunger-lunger-herumhäng, und dann endlich schritt Dominique durch die Glastüre, hat Passkontrolle und vorallem Wanderschuhtest (mit Seife waschen!) überstanden und stand, ein wenig müde, aber sonst fit, vor uns. Wir haben dann gleich mal Gas gegeben, haben nach Devonport übergesetzt und auf dem Mount Victoria gepicknickt und später lecker Spargeln (hier hat die Saison angefangen!) vertilgt. Und um sieben Uhr abends hat sie dann schlapp gemacht und ist eingeschlafen. Nicht übel. Wir haben uns im Veronas noch ein Pimms mit Tim reingezogen, der ist dann nämlich ab in die Staaten für die nächsten 30 Tage.

Gestern sind wir zusammen nach Rangitoto. Waren wir ja auch schon lange nicht mehr. Für alle die es vergessen haben: das ist die Vulkaninsel vor Auckland. Mit der Fähre ist man in einem halben Stündchen drüben und mitten in der Wildnis. Wir sind durch die A'a-Lavafelder gestapft und ich habe die beiden Damen mit botanischen Kommentaren genervt. So bin ich nun mal. Wir hatten Glück und Dominique erhielt gleich das volle Programm: vor der Küsten sprangen die Delphine durch die Luft und im Wasser schlabberte eine Qualle vor sich hin. Um ehrlich zu sein, wir waren selber verblüfft, wo plötzlich all dieses Gewürm hergekommen ist.

Dienstag, 7. November 2006

Lab Day Out

Vor ein paar Wochen (oder warens sogar Monate?) habe ich bei unserem wöchentlichen Labormeeting verkündet, dass es an der Zeit wäre mal gemeinsam was zu unternehmen. Das fiel auf fruchtbaren Boden, insbesondere weil ich gesagt habe, dass ich mich ums Organisieren kümmere. Habe ich dann auch mit Schweizer Gründlichkeit getan. Musste ich auch, schliesslich wollten wir nach Coromandel und an den Hot Water Beach, da müssen die Gezeiten schon stimmen, sonst klappt es nicht mit dem Pool buddeln! Es hat aber prächtig geklappt. Auf dem Bild links seht ihr einen hochzufriedenen Pete, der gerade seinen Privatpool vergrössert. Alle anderen haben auch eifrig Sand geschaufelt und heisse und kalte Bächlein gemischt für die optimale Badetemperatur. Aber irgendwann ist das dann auch vorbei, weil die Flut zurückkommt und alle Pools wieder in Beschlag nimmt. Damit war es Zeit für Teil zwei des Aufluges: BBQ! Also ab nach Whitianga in ein Backpackers wo wir lecker Grilladen auftischten und Neuseeländische Weine und Biere verkosteten. Ich lag noch kurz flach, hätte eben zwischen dem Frühstück und dem BBQ am Abend doch noch was essen und trinken sollen. Das chocolate brownie und der Kaffee haben da auch nichts geholfen. Und wenn man das dann mit drei Stunden Pool ausgraben in praller Sonne kombiniert, dann gibts es eben eine kleinere Dehydrierung. Ein Glück war Mat mit einer grossen Flasche Powerade zur Stelle. Die habe ich dann unter seiner Aufsicht getrunken und bald gings auch wieder. Typisch ich, passiert mir jedesmal so was. Alles organisieren und dann vor lauter Aufregung die Lebensgrundlagen vernachlässigen. Später des Abends wollte es der Zufall, dass genau vor uns am Strand noch ein grosses Feuer entfacht wurde, das ganze Dorf war auf den Beinen und Feuerwerk gabs auch noch. Herz was willst du mehr? Wir standen alle da und blickten versonnen in die Flammen und ich biss mir auf die Lippen dass ich Esther nicht mitgeschleppt habe (aber dafür gab es einen guten Grund, den erfährt ihr im nächsten Blog...). Am Tag darauf wurde dann erstmal tüchtig gefrühstückt mit allem was dazu gehört. Der Neuseeländer an sich ist ein Frühstücker mit Herz und Seele. Da kommt nichts zu kurz. Auch nicht der Cholesterinspiegel. Der Favorit: Eggs Benedict. Das sind zwei pochierte Eier auf einem Spinatbett auf Toast und dazu Lachs oder Speck. Und darüber wird Sauce Hollandaise gegossen. Lecker! Aber auch der Klassiker mit Speck, Wurst, Ei, Tomaten, Kartoffeln und Pilzen ist immer wieder gern gesehen. Hier seht ihr gerade wie Annabel und Pete mit sichtlichem Genuss und auch der gebührenden Ernsthaftigkeit ihr Frühstück verdrücken. Der Kaffee hier ist übrigens saugut, dem muss ich auch noch mal einen Eintrag widmen. Und mit vollem Bauch gings dann zur Cathedral Cove wo wir uns nochmal sonnten und kurz ins Wasser sprangen. Aber die Temperaturen sind noch nicht soweit, dass man so richtig plantschen kann. Macht aber nichts, der Sommer hat eindeutig angefangen!

Und wer noch mehr Bilder sehen will, damit man endlich mal genau sieht, wer da so mit mir arbeitet, der muss dahin gehen!